ETF-Wissen

Was kosten ETFs im Durchschnitt? Zahlst du zu viel?

Was kosten ETFs im Durchschnitt

Niedrige Kosten sind einer der entscheidendsten Faktoren einer erfolgreichen Geldanlage. Bei ETFs gibt es große Unterschiede, die sich auf deine langfristige Performance auswirken. Wenn du ein Gefühl dafür hast, was ETFs im Durchschnitt kosten, vermeidest du es, am Ende zu viel zu bezahlen.

In diesem Beitrag findest du die typischen Gebühren (TER) von Aktien-ETFs, Anleihen-ETFs und anderen Indexfonds. Auf einen Blick siehst du, wie viel ein ETF maximal kosten sollte und wann du tiefer in die Tasche greifen musst.

Was kosten ETFs je nach Assetklasse?

Wie teuer sind ETFs

Ich vergleiche die Total Expense Ratio (TER) der ETFs. Das sind die jährlichen Gebühren, die für den Besitz des ETFs anfallen. Alternativ könnte man auch die Tracking Differenz (TD) betrachten. Diese hängt aber von vielen Faktoren ab und schwankt von Jahr zu Jahr.

Die TER ist meiner Meinung nach ein guter Anhaltspunkt.

Es sind echte fixe Gebühren, die definitiv Jahr für Jahr abgezogen werden. Erfreulicherweise sind sie in der Regel sehr niedrig.

ETFs kosten im Durschnitt über alle Assetklassen 0,30% TER pro Jahr. Dabei reicht das Spektrum von 0,04% bis ca. 1% Gebühren. Aktien-ETF liegen mit 0,32% nahe am Durchschnitt, während Anleihen-ETFs mit 0,21% deutlich günstiger sind.

Jährliche Gebühren von ETF nach Assetklasse (TER)
Was kosten ETFs nach Assetklasse

Die mit Abstand teuersten ETFs sind die neuen Krypto-ETFs mit TERs zwischen 0,95% und 2,50%. Die günstigsten ETFs findest du im Geldmarkt mit durchschnittlich 0,12%.

Gebührenvergleich lohnt sich!

Minimal- und Maximalwerte können sehr unterschiedlich sein. Je spezieller das Produkt, desto teurer. Die meisten ETFs tummeln sich aber glücklicherweise im Niedrigkostsegment.

Anzahl ETFs je nach jährlicher Gebühren (TER)
Anzahl ETFs nach Gebühr

Was kosten Aktien-ETFs im Durchschnitt?

Die meisten Anleger investieren vor allem in Aktien-ETFs. Deshalb hab ich mir diese Klasse ein bisschen genauer angeschaut.

Was kosten Aktien-ETFs je nach Region?

Typischerweise teilt man sein Portfolio nach Regionen auf. Die einfachste Form ist die klassische Kombination aus Industriestaaten und Schwellenländern (World plus Emerging Markets).

Deutsche Anleger ergänzen ihr Portfolio gerne mit heimischen Werten oder ETFs aus dem Euro-Raum. Das ist im Durchschnitt sogar günstiger als weltweit gestreute ETFs. Wie du an den Minimumwerten siehst, kann man aber in allen Regionen günstige ETFs finden.

Im Durchschnitt am teuersten sind die Emerging Markets.

Das liegt daran, dass Aktien in Ländern wie Brasilien und Russland illiquider und, die Marktkapitalisierung kleiner ist. Außerdem können sie oft nur über ausländische Börsen gehandelt werden. Entsprechend unkompliziert sind USA-ETFs, bei denen man in der Regel sehr günstig wegkommt.

Sind ETFs im Laufe der Zeit günstiger geworden?

Heute steckt deutlich mehr Kapital in ETFs, was sie profitabler macht. Außerdem ist der Konkurrenzdruck größer und die Technologie besser, um breite Marktindizes kostengünstig abzubilden. Was hat das mit den Gebühren gemacht?

Das Ergebnis hat mich überrascht.

Aktuelle Gebühren (TER) sortiert nach Auflagejahr der ETFs
Sind ETFs teuer oder billiger geworden

Die durchschnittlichen Gebühren bei Aktien- und Anleihen-ETFs haben sich kaum verändert. Bei Anleihen sind ETFs, die in den letzten Jahren aufgelegt wurde, sogar teurer als ältere. Das kann aber daran liegen, dass die Standardindizes bereits versorgt sind und zuletzt eher Spezial-ETFs hinzugekommen sind.

Hinweis: Wenn bei ETFs im Laufe der Zeit die Gebühren gesenkt wurden, ist das in der Statistik nicht erfasst. Das passiert aber nicht häufig.

Themen-ETFs: gute Ergänzung oder Abzocke?

Themen-ETFs sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die klassischen Indizes sind versorgt und es muss Neues her. Die Banken müssen schließlich ihr Geld verdienen. Inwieweit Themen-ETFs eine sinnvolle Beimischung sind, will ich gar nicht diskutieren. Hier geht es um die Kosten.

Themen-ETFs sind teuer.

Durchschnittlich 0,44% und damit 1,5-mal so teurer wie breit gestreute Welt-ETFs. Das verwundert, denn viele Themen-ETFs enthalten gerade mal 20-50 Aktien. Ob da der hohe Preis gerechtfertigt ist, überlasse ich jedem selbst.

Insgesamt sind die Kosten aber zugegebenermaßen noch im Rahmen. Solange du dich von unverschämt teuren Exemplaren wie dem Medical Cannabis and Wellness ETF mit >0,80% TER fernhältst.

Sind günstige ETFs beliebter?

Definitiv! Das Gebührenspektrum ist breit, aber Anleger haben eine klare Präferenz.

Investiertes Kapital in Mio. € je nach Gebührensegment (TER)
Investiertes Kapital je nach Gebührensegment

Ich bin begeistert!

Der größte Teil des Kapitals steckt in Low-Cost-ETFs. So wie es empfohlen wird. Immerhin gehen einem 15-20% des Vermögens durch die Lappen, wenn man 30 Jahre lange 0,60% statt 0,10% Gebühren zahlt! Wer mir das nicht glaubt, wenn es gerne mit einem Zinsrechner nachrechnen.

Was kosten nachhaltige ETFs im Durchschnitt?

Was kosten nachhaltige ETFs im Durchschnitt

Bio-Lebensmittel kosten mehr. Nachhaltige Verpackungen sind teurer. Kosten nachhaltige ETFs ebenfalls mehr?

Das ist glücklicherweise nicht so. Nachhaltige ETFs kosten im Durchschnitt genauso viel wie normale ETFs. Einige sind sogar günstiger. Als ökologisch bewusster Anleger muss man also nicht tiefer in die Tasche greifen.

Jährliche Kosten nachhaltigen vs. normale ETFs (TER)
Sind nachhaltige ETFs teurer

Die Durchschnittskosten sind natürlich immer etwas durch Ausreißer verfälscht. Aber an den minimalen TERs siehst du, dass du auch mit nachhaltigen ETFs sehr günstig investieren kannst.

Große Kostenblöcke, wie zum Beispiel das Handeln der Wertpapiere des Index, fallen bei allen ETFs gleichermaßen an. Nachhaltige ETFs bilden einfach einen anderen Index ab. Die Auswahl der Unternehmen übernimmt der Indexanbieter. Dass sich diese Mehrarbeit nicht in exorbitant hohen Lizenzgebühren niederschlägt, finde ich sehr gut.

Fazit

ETFs sind unschlagbar günstig. Zumindest, wenn man auf Standardprodukte zurückgreift. Mittlerweile tummeln sich aber viele Spezial-ETFs im Sortiment, mit denen die Banken ordentlich Geld verdienen. Schau dir immer genau an, ob sich das wirklich lohnt und vergleiche deine Wunsch-ETFs mit dem Angebot der Konkurrenz.

Anleger unterschätzen, wie wichtig die Kosten auf lange Sicht sind.

Mit den Zahlen aus diesem Beitrag kannst du grob abzuschätzen, ob du zu viel für deine Geldanlage bezahlst oder nicht. Denk immer dran: Auf lange Sicht kosten dich teure Produkte ein Viertel bis ein Drittel deines Vermögens!

Nachhaltige Grüße

Nachhaltige Grüße
Christian Kontakt

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