Nachhaltigkeitsstrategie

Kritik an nachhaltigen ETFs – was ist wirklich dran?

Kritik an nachhaltigen ETFs

Kritik an nachhaltigen ETFs verunsichert. Halten grüne Anlageprodukte, was sie versprechen? Niemand möchte klimafreundlich und sozial verträglich investieren und am Ende abgezockt werden. Schließlich geht es um dein sauer verdientes Geld und deine Altersvorsorge.

Ich habe diesen Beitrag für alle geschrieben, die sich bei nachhaltigen ETFs noch unsicher sind.

Möchtest du deine Zweifel loswerden? Ich habe alle Kritikpunkte, die mir jemals im Netz, in Büchern, Artikeln, oder Videos über den Weg gelaufen sind, kommentiert, erklärt und bewertet. So erfährst du endlich an einem Ort, welche Kritik Blödsinn ist und welche vielleicht doch gerechtfertigt. Fange am besten mit den Kritikpunkten an, die dir am meisten Kopfzerbrechen bereiten.

Jeder Kritikpunkt bekommt von mir eine Wertung von „Totaler Quatsch“ bis „Da ist was dran“.

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra gesamt

Transparenz ist mir wichtig. Wenn ein Argument stichhaltig ist, werde ich das zugeben! Wie soll man sonst von einem Investment überzeugt sein? Insgesamt fällt meine Bilanz aber wie du sehen wirst positiv aus.

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KATEGORIE 1: Gutes Gewissen

Kritik an nachhaltigen ETFs - Gutes Gewissen

Nachhaltige Anleger erkaufen sich bloß ein gutes Gewissen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Der Blogger Finanzwesir bezeichnet nachhaltige Investments gerne mal als Ablasshandel, vor allem wenn man sie nur ihres Labels wegen kauft. Wie zu besten mittelalterlichen Zeiten sündigen konsumtreue Kapitalismusanhänger im Alltag und investieren dann in nachhaltige Finanzprodukte, um sich reinzuwaschen. Naja, etwas übertrieben.

Wenn ich täglich drei Coffee-to-go aus dem Einwegbecher trinke, einen 350 PS SUV durch die Stadt jage und Mülltrennung für Zeitverschwendung halte, brauche ich mir natürlich nichts auf nachhaltige Investments einzubilden. Aber nicht jeder, der schon mal im Flugzeug gesessen oder bei Amazon bestellt hat, disqualifiziert sich automatisch für eine moralische Geldanlage.

In unserer heutigen Welt ist es kaum möglich, frei von jeder Umwelt- oder Konsumsünde zu leben.

Nachhaltige Investments haben nichts mit Heuchlerei zu tun. Wichtig ist meiner Meinung nach, dass man sich mit dem Thema beschäftigt. Wer versteht, worin er sein Geld investiert, darf sich damit auch besser fühlen als mit einer herkömmlichen Geldanlage.

Vielleicht sorgt das auch dafür, dass man sich in seinem Alltag noch stärker mit dem Thema auseinandersetzt. Irgendwo muss man schließlich anfangen. Man sollte es nur nicht wie die CO2-Kompensation von Flügen als Freifahrtschein ansehen, im normalen Leben die Sau rauszulassen.

Niemand kann sagen, welche Unternehmen wirklich nachhaltig sind

Nachhaltigkeit und ethisch korrektes Verhalten sind Begriffe, unter denen sich jeder etwas anderes vorstellt. Wie sinnvoll können nachhaltige Geldanlagen sein, die von Fondgesellschaften oder Indexanbietern für die breite Masse zusammengestellt wurden?

Moral definiert jeder anders

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Wer hat mehr Menschenleben auf dem Gewissen? Ein Waffenproduzent oder Coca Cola? Gerade was die moralischen Aspekte der Nachhaltigkeit angeht, sieht jeder die Dinge anders.

Beispiele:

  • Sind Konzerne wie McDonalds und Coca Cola mit ihrer verführerischen Werbung verantwortlich für Millionen Fälle von Diabetes und Fettleibigkeit? Oder liegt die Verantwortung bei jedem Einzelnen und diese Firmen befriedigen nur die Nachfrage?
  • Was ist die Alternative zu Unternehmen, die alkoholische Getränke produzieren und vertreiben? Ein Alkoholverbot? (Gleiches gilt für Tabakkonzerne)
  • Sind Waffen moralisch verwerflich oder sind sie ein notweniges Übel? Immerhin haben auch Polizisten Waffen oder das Militär, das unsere souveränen Staaten schützt (ETFs ohne Waffen findest du in diesem Beitrag).

Ein Hauptproblem ist, dass alle immer von nachhaltigen Geldanlagen reden. Für mich ist ein Investmentprodukt nicht nachhaltig sondern nachhaltigER. Wenn man vom Absolutterm „nachhaltig“ wegkommt, entspannt sich die Diskussion schon mal etwas.

Ich würde einen sparsamen Benzinmotor ja auch nicht unbedingt als umweltfreundlich bezeichnen.

Im Prinzip ist an der Kritik etwas dran. Wem aber kein Kriterium streng genug ist, dem empfehle ich eine gesunde Portion Realismus. Wenn man lange genug buddelt, findet man bei jedem Unternehmen etwas moralisch Fragwürdiges. Jedes nachhaltige Investment wird immer ein Kompromiss bleiben.

Daraus sollte man nicht schlussfolgern, dass es eh egal ist und man in alle Firmen investieren kann. Das sehe ich anders. Es besteht ein Unterschied zwischen zuckerhaltiger Limonade und der Produktion von automatischen Waffen. Ob letztere nun unvermeidbar sind oder nicht, man sollte Verständnis für Investoren haben, die nicht von solchen Geschäften profitieren wollen.

Nachhaltige Unternehmen haben versteckte nicht nachhaltige Auswirkungen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 5

Es ist vertrackt. Technologieunternehmen haben hohe Ratings im Bereich Umwelt, weil sie oft nur digitale Produkte vertreiben. Diese werden allerdings auf Computern, Smartphones und via Internet konsumiert. 30 Minuten Videostream verbrauchen so viel Energie wie eine 6 km lange Autofahrt. Von der Fertigung des Ultra-HD-Displays ganz zu schweigen. Wie klimaneutral ist also ein Techgigant wie Google?

Andere Themen sind Lieferketten und Finanzierungskonstrukte. Ist ein Autobauer, der Elektroautos mit Akkus baut, in denen Kobalt aus dem Kongo enthalten ist, noch nachhaltig? Oder ein Vermögensverwalter wie Blackrock, der an Banken beteiligt ist, die ihrerseits in zwielichtige Firmen investieren?

Wo zieht man die Grenze? Wie genau recherchieren Fondbetreibern und Ratinggesellschaften das? Ich finde diesen Kritikpunkt berechtigt. Es ist unmöglich, alle Fakten mit einzubeziehen und dann noch perfekt gegeneinander aufzuwiegen.

Allerdings sollte man daran nicht verzweifeln und deshalb am Ende gar nicht nachhaltig investieren. Ein ungefilterter MSCI World sind nämlich definitiv weniger nachhaltig als eine nachhaltige Variante. Also suche dir eine Geldanlage, die deinen persönlichen Wertvorstellungen so nah wie möglich kommt.

Es gibt Schlupflöcher bei der Bewertung von Nachhaltigkeit

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Ich habe schon mehrfach von Freunden gehört oder in den sozialen Netzwerken gelesen, dass große Firmen viel daran setzen, möglichst gute Nachhaltigkeitsrankings zu bekommen. Das animiert manch ein Unternehmen natürlich zu Tricksereien (sog. „Green Washing“).

Die CO2-Bilanz wird schöngerechnet und der selbst publizierte Nachhaltigkeitsbericht wird auf Hochglanz poliert.

Ich arbeite selbst in einem hoch regulierten Berufsumfeld und ich kann dazu nur folgendes sagen: Natürlich putzt man sich für Prüfungen oder Audits heraus, aber wenn die Substanz nicht stimmt, hat man keine Chance. Die Möglichkeiten, Nachhaltigkeit in großem Stil vorzuspielen, sind begrenzt.

Dass es schwarze Schafe gibt, will ich nicht bestreiten. Aber ich bezweifle, dass sich die breite Masse der Unternehmen ihr Ranking nur erschummelt hat. Ratings verlassen sich nicht nur auf Selbstauskünfte sondern basieren auf unabhängig eingeholten Daten, Medienberichten und vielem mehr.

Es ist natürlich nicht schön, wenn ich einen nachhaltigen Fond oder ETF kaufe und dann kommt heraus, dass ein Unternehmen doch seine Mitarbeiter ausgebeutet oder einen Fluss verseucht hat.

Hier greift aber wieder die pragmatische Überlegung: Was wäre ohne Nachhaltigkeitsrankings und ohne darauf basierende Produkte? Ich würde ungefiltert in alles investieren und definitiv von mehr solchen Schweinereien profitieren als mit nachhaltigen Produkten.

Was in einem ETF verboten ist, ist in einem anderen erlaubt

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Ich gebe zu, es ist nicht wirklich vertrauenserweckend, wenn zwei Fonds oder ETFs von sich behaupten nachhaltig zu sein und die Auswahl der Unternehmen unterscheidet sich drastisch voneinander. Ist Nachhaltigkeit wirklich so willkürlich?

Das hat das Fair Value Magazin am Beispiel Malmart kritisiert.

Ich finde das Ganze aber nicht so dramatisch. Es gibt bei Fonds und ETFs zwar einen relativ großen Graubereich, aber die generelle Ausrichtung stimmt überein. Mit Graubereich meine ich, dass es immer Unternehmen geben wird, die nur in einem der Fonds enthalten sind und in einem anderen nicht.

Hinter der Selektion stehen nun mal Menschen, die die Datenlage bewerten. Dass nicht immer das gleiche rauskommt, bedeutet nicht, dass man das Konzept eines nachhaltigen Fonds oder ETFs infrage stellen muss.

Ehrlich gesagt, begrüße ich die Diskrepanzen sogar.

Wenn es messerscharf definierte Kriterien gäbe, könnten sich die Unternehmen viel besser darauf einstellen. Deshalb finde ich es super, dass die unterschiedlichen Investmentparteien ihren jeweils eigenen Blick auf das Thema Nachhaltigkeit haben.

So kann sich kein Unternehmen die Liste der Kriterien vornehmen und einen Haken nach dem anderen setzen. Das würde nur dazu führen, dass sich leicht Schlupflöcher bilden. Je unübersichtlicher das Feld, desto mehr werden die Unternehmen dazu gezwungen, ganz einfach nachhaltig zu werden und nicht nur bestimmte Nachhaltigkeitskriterien zu erfüllen.

Die wirklich schwarzen Schafe sind in der Regel überall ausgeschlossen. Deshalb finde ich, dass die Kritiker hier einen falschen Blick auf die Sache haben.

Wie soll man Unternehmen bewerten, die Gutes und Schlechtes zugleich tun?

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Viele Unternehmen sind riesig. Sie haben Dutzende Tochterunternehmen, unzählige Geschäftsfelder und operieren weltweit. Was, wenn die eine Unternehmenssparte etwas Gutes und die andere etwas Kontroverses tut? Arbeiten Techfirmen auch für die Rüstungsindustrie? Ist Pharma gierig und lebensrettend? Wer kann schon sagen, was überwiegt?

Das sehe ich anders. Wenn an einer Ecke geschummelt, verschmutzt oder getrickst wird, bekommt das ganze Unternehmen dafür die Quittung. Alles andere wäre „Wegschauen und ein Auge zudrücken“. Es ist also völlig in Ordnung, dass ein Unternehmen als Ganzes bewertet wird und dementsprechend ein Rating bekommt. Es ist ja nicht automatisch gleich die schlechteste Wertung.

Ein Unternehmen muss sich darum kümmern, dass sich alle Teilbereiche nachhaltig verhalten. Allerdings wäre es unfair, ein Unternehmen wegen eines kleineren Vergehens gleich zu einem Schlusslicht zu machen (einen multinationalen Konzern mit Hunderttausend Mitarbeitern auf Linie zu halten, ist vermutlich schwerer als viele glauben). Deshalb gibt es auch abgestufte Ratings und genau diese Gradwanderung wird bei der Bewertung gegangen.

Unternehmen, die im Umbruch sind, werden bestraft

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Das ist in manchen sehr strengen Fonds zwar der Fall. Aber es gibt viele Produkte, die genau das mit berücksichtigen. Hier sind Unternehmen enthalten, die zwar noch an nicht nachhaltigen Geschäften verdienen, um am Leben zu bleiben, aber viel Geld in ihre Transformation investieren.

Ein gutes Beispiel sind Ölkonzerne, die an der Energiewende mitarbeiten. Seien wir ehrlich, so schnell werden wir ohne Öl oder Gas nicht auskommen. Es kommt uns allen zugute, dass die Ölindustrie nicht von heute auf morgen den Förderhahn zudreht. Nur so stehen genug Kapital, Energie und Ressourcen zur Verfügung, um all die technologischen Herausforderungen der Energiewende zu meistern.

Außerdem werden wir auch in einer CO2-neutralen Welt synthetisches Erdgas durch bestehende Leitungen pumpen. Wem gehört diese Infrastruktur wohl und wer hält sie instand?

Deshalb bin ich ein Fan des Best-in-Class-Prinzips. Dieser Ansatz berücksichtigt, ob sich Konzerne in die richtige Richtung bewegen und in ihrem Sektor führend sind.

Da sind Ölkonzerne in meinem nachhaltigen Fond

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Wie im vorherigen Kapitel beschrieben, arbeiten viele Ölkonzerne an der Energiewende mit. Es ist illusorisch zu glauben, dass Solar- oder Wasserstofffirmen in ein paar Jahren die ganze Welt mit Energie versorgen. Wir brauchen die Expertise und die Infrastruktur der großen Energieriesen.

Ein zweiter Punkt ist, dass bisher kaum eine Energieerzeugung ohne negative Auswirkungen bleibt. Photovoltaikanlagen benötigen hochreines Silizium, dessen Produktion viel Energie kostet. Akkus benötigen Metalle wie Kobalt oder Lithium, die aufwändig gefördert werden müssen. Windkraftanlagen halten nicht ewig und machen Probleme bei der Entsorgung.

Nur weil bei Solaranlagen und Elektroautos während des Betriebs keine Abgase entstehen, sind sie nicht pauschal umweltfreundlich und alle Ölfirmen sind der Teufel. Auf der anderen Seite haben sich in der Vergangenheit tatsächlich ein paar wenig nachhaltige Ölkonzerne in Nachhaltigkeitsfonds geschlichen. Deshalb würde ich diese Kritik an nachhaltigen ETFs halb gelten lassen.

Erneuerbare Energien sind nicht so grün wie alle sagen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Diese Kritik zielt vor allem auf Themen-ETFs wie den iShares Global Clean Energy (IE00B1XNHC34) ab. Wie unter dem vorherigen Punkt beschrieben, haben erneuerbare Energien tatsächlich ihre Schattenseiten.  Sie pauschal als „abgasfreien“ heiligen Gral zu bezeichnen, wäre nur ein Teil der Geschichte.

Einfach weiter Öl- und Gasreserven zu verfeuern, ist aber definitiv nicht nachhaltig. Auch wenn manch einer davon träumt, das ganze CO2 einfach wieder aus der Atmosphäre zu filtern. Das halte ich für keine erfolgsversprechende Alternative. Dafür muss man sich nur die Zahlen anschauen.

Wir kommen nicht drum herum, erneuerbare Energien zu nutzen und diese Technologien weiter zu entwickeln. Mit diesem Weg entscheiden wir uns für das geringere Übel. Ob es am Ende Solar, Wasserstoff oder eine Kombination vieler Technologien ist, weiß kein Mensch. Vielleicht ist es sogar eine neue Nuklearreaktorgeneration oder wir haben Glück und die Kernfusion wird rechtzeitig nutzbar.

Das alles bis ins letzte Detail zu bewerten, dürfte das Knowhow jeder Ratingagentur übersteigen. Deshalb darf man von einem nachhaltigen Investmentprodukt keine Perfektion erwarten.

Kritik am Auswahlsystem

Wie wir gesehen haben, ist es oft schwierig zu sagen, wie nachhaltig ein Unternehmen tatsächlich ist. Daher braucht es Auswahlsysteme, die sich grünlich mit allen verfügbaren Informationen auseinandersetzen und nach soliden Bewertungskriterien entscheiden. Hier stehen ETFs und aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds gleichermaßen in der Kritik.

Nachhaltigkeitskriterien kann man nicht miteinander vergleichen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Wenn man ein Rating erstellt, in das verschiedene Faktoren eingehen, müssen diese gewichtet werden. Andreas Beck kritisiert zurecht …

„… wie viel Tonnen CO2 entsprechen wie viel Kilo Sondermüll entsprechen wie vielen Frauen im Aufsichtsrat?“ (4 min. 15)

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Diese Frage kann ich auch nicht beantworten. Aber ich möchte ein Argument anführen, dass ich weiter oben schon gebracht habe. Ein einzelner Fond oder ein einzelnes Rating muss nicht alles richtig machen und representativ für die ganze Welt und die ganze Wahrheit stehen.

Es ist wie bei Aktienkursen

Investor A bezahlt für eine Firma ein bisschen mehr, Investor B bewertet sie etwas schlechter. In der Summe kommt der angemessene Marktpreis heraus. Gleiches geschieht beim Nachhaltigkeitsrating. Es gibt unzählige Fonds, Großinvestoren und Indexanbieter, die alle ihre eigenen Auswahlentscheidungen treffen. Jeder wägt ab, wie eine hohe Frauenquote im Aufsichtsrat gegenüber X Tonnen CO2-Emissionen zu bewerten ist.

Heraus kommt das, was die Gemeinschaft als nachhaltig ansieht.

Nicht mehr und nicht weniger. Das kann genauso mal danebenliegen wie die Bewertung eines Aktienkurses. Na und? Dass niemand exakt vorhersagen kann, ob VW oder Tesla unterm Strich in 20 Jahren den positiveren Einfluss auf die Welt gehabt haben, spielt für mich keine Rolle.

Man muss für ein Rating nun mal messen und vergleichen. Das wichtige ist aber, dass sich die Investoren wie auch die Unternehmen kontinuierlich fragen, ist das ok, was ich mache?

Das Best-in-Class-Prinzip lässt lauter schlimme Firmen in die Auswahl

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Diese Kritik lese ich oft. Allerdings beruht sie auf einem Missverständnis. Das Best-in-Class-Verfahren soll dafür sorgen, dass die Gewichtung der Sektoren im Elternindex und im nachhaltigen Produkt ähnlich ist. Deshalb werden nicht alle Unternehmen in einem einzigen Ranking miteinander vergleichen. Jeder Sektor wird separat betrachtet und es werden z. B. 50% der Unternehmen jedes Sektors aussortiert.

Der Irrglaube ist nun, dass dadurch die „nachhaltigsten“ Waffenunternehmen und Kohleproduzenten im Fond oder ETF landen. Nur weil sie „nachhaltiger“ sind als ihre schmutzige Konkurrenz. Das ist aber Quatsch. Unter Sektoren versteht man nämlich die großen 11 Industriesektoren nach (GICS) und nicht einzelne Branchen. Außerdem sorgen in den meisten ETFs zusätzliche Filter dafür, dass Waffenfirmen und Frackingunternehmen vollständig rausfliegen.

Ich bin ein echter Fan vom Best-in-Class-Ansatz. Die Menschen sind auf die Produkte und Dienstleistungen jedes einzelnen Sektors angewiesen. Es macht überhaupt keinen Sinn, riesige Bereiche des Energiesektors auszuschließen, weil der Großteil heutzutage noch auf fossilen Brennstoffen beruht. Das lässt den Bedarf an Energie nicht verschwinden.

Es ist viel besser, einen Konkurrenzdruck innerhalb der Sektoren aufzubauen. So haben z. B. Ölkonzerne einen Anreiz, sich nachhaltiger auszurichten, um vorne im Sektor mit dabei zu sein. Das würde entfallen, wenn Ölkonzerne in nachhaltigen Fonds gänzlich ausgeschlossen wären.

Zugegebenermaßen gibt es auch Negativbeispiele, die ich nicht wegdiskutieren möchte. BP wurde lange als nachhaltig angesehen und dann passierte „Deepwater Horizon“. Aber wieso sollte ich auf Grund von Einzelfällen sofort das ganze System infrage stellen?

Manche Fonds und ETFs gewichten kontroverse Firmen einfach nur niedriger

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 5

Diese Kritik ist völlig berechtigt. ETFs wie der iShares MSCI World ESG Enhanced (IE00BHZPJ569) und einige Nachhaltigkeitsfonds sortieren nicht aus, sondern reduzieren bloß die Gewichtung von nicht nachhaltigen Unternehmen. Das finde ich halbherzig.

Der Grund dafür ist, dass so die Diversifikation des Elternindex erhalten bleibt. ESG Integration nennt sich das in der Finanzsprache. Dabei geht es vor allem um die Rendite. Die Gewichtung nicht nachhaltiger Firmen zu reduzieren, soll das Risiko senken und die Performance steigern. Für mich ist das kein nachhaltiges Investieren.

Nachhaltige ETFs sind nicht so nachhaltig wie aktive Nachhaltigkeitsfonds

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Aktiv gemanagte Fonds haben einen extra Beirat, der sich alle ausgewählten Firmen noch einmal ganz genau anschaut. Es findet also nicht nur ein pauschales Ranking sondern eine gewissenhafte Auslese statt. Soweit die Theorie.

Ich muss zugeben, dass dieses Thema für mich schwer zu bewerten ist. Ich bin nicht in der Lage unzählige Nachhaltigkeitsfonds im Detail mit den mehr als 200 nachhaltigen ETFs zu vergleichen. Allerdings bin ich mir recht sicher, dass es aktive Fonds gibt, die nachhaltiger als die gängigen ETFs sind. Das gesagt, sollte man allerdings dran denken, dass hinter aktiven Fonds genauso wie hinter ETFs ähnliche Mechanismen stecken, um Firmen und deren Nachhaltigkeit zu bewerten.

Die Regeln sind bei ETFs etwas statischer. Aber in den Ratingfirmen, die nachhaltige ETFs bzw. Indizes zusammenstellen, sitzen genauso Menschen, die sich die gesammelte Datenlage der Unternehmen anschauen. Auch hier werden Kontroversen, Nachrichten und das Verhalten der Firmen im Hinblick auf Umweltschutz, Arbeiterrechte und Menschenrechte bewertet. Wieso sollte das qualitativ so viel schlechter sein als die Arbeit eines Beirats?

Eine Frage der Ressourcen

Ich möchte außerdem behaupten, dass den Ratingagenturen deutlich mehr Ressourcen und Informationen zur Verfügung stehen als dem Beirat eines einzigen Nachhaltigkeitsfonds.

Natürlich können aktive Fonds ihre Firmenauswahl besser auf individuelle Kundenwünsche zurechtschneiden. Aber auch hier spielt der Faktor Subjektivität rein. Was der eine Beirat als nachhaltig einstuft, sieht ein zweiter vielleicht ganz anders (und du vielleicht auch!).

Vielfach ist die „hohe Nachhaltigkeit“ eines aktiven Fonds darauf zurückzuführen, dass er deutlich weniger Unternehmen enthält als ein breit gestreuter ETF. Wenn ich nur 100 Unternehmen aus dem MSCI World auswählen muss, habe ich wenig Schwierigkeiten, nachhaltig zu sein als ein ETF mit 400 oder 800 Unternehmen.

Insofern wäre ich vorsichtig, wenn aktiv gemanagte Nachhaltigkeitsfonds als der heiligen Gral angepriesen werden. Neben den Kosten sollte man auch immer das Risiko im Blick haben. Das ist schnell vergessen, wenn der Fondberater einen nachhaltigen ETF rausgreift, in dem ein Ölkonzern enthalten ist, und mit dieser Pauschal-Kritik sein aktives Produkt bewirbt.

Swap-basierte nachhaltige ETFs enthalten gar nicht die Aktien, die drauf stehen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 5

Leider korrekt. In meinen Augen macht ein Swap-basierter ETF wenig Sinn. Vor allem, wenn er nicht nachhaltige Unternehmen hält, um ein nachhaltiges Produkt zu replizieren. Nachhaltige ETFs sollten idealerweise physisch sein (vollständige Replikation).

Allerdings ist das ganze Thema halb so wild. Dass aktuell nur 6 von fast 200 nachhaltigen ETFs Swapper sind, sagt einem nämlich keiner. Für einen reißerischen Artikel reicht es trotzdem.

Nur beim Kauf von Einzelaktien kann ich kontrollieren, was in mein Portfolio kommt

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

„Ich will wissen, was ich besitze.“ Diesen Satz lese ich oft in Kombination mit Abstimmungsrechten auf Aktionärsversammlungen. Nur wenn ich meine Aktien selbst auswähle und selbst für nachhaltige Entscheidungen stimme, habe ich die volle Kontrolle. Gefühlt stimmt das vielleicht auch. Aber wie sieht die Realität aus?

Wer nur in wenige Firmen investiert, mit denen er sich gut auskennt, am besten noch in wenig kontroversen Branchen, mag damit erfolgreich sein. Bei einem breiter diversifizierten Portfolio stößt man als Privatanleger schnell an seine Grenzen.

UN Ziele für nachhaltige Entwicklung

Bildquelle: https://www.waelderhaus.de

Die ESG-Kriterien umfassen je nach Auslegung mehr als 30 Kategorien. Ich kann mir kaum vorstellen, dass private Investoren neben einer aufwändigen wirtschaftlichen Analyse einer Firma auch noch intensiv die Nachhaltigkeit prüfen. Und selbst wenn sie es tun, werden sie kaum alle halbe Jahre ein Update machen.

Davon abgesehen, dass keinem von uns auch nur annähernd so viele Informationen zur Verfügung stehen wie Rating-Agenturen oder dem Management von aktiven Nachhaltigkeitsfonds.

Es tut mir leid, dass ich hier misstrauisch bin. Ein Portfolio aus Einzelaktien ist wenn überhaupt aus Zufall nachhaltiger als ein Fond oder ETF. Eine seriöse Auswahl nach allgemein anerkannten Nachhaltigkeitskriterien halte ich bei Privatinvestoren für illusorisch. Deshalb wundert es mich auch nicht, dass man diese Kritik in der Regel von Personen hört, die einem Einzelaktienanalysen oder Investmentstrategien verkaufen.

Die Rating-Agenturen haben zu viel Macht

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Von der Urteilsfällung der Ratingagenturen hängt viel ab. Bei den immer größer werdenden Summen, die in nachhaltige ETFs fließen, macht es einen Unterschied, ob eine Firma in die Auswahl kommt oder nicht.

Theoretisch berechtigte Kritik. Vor allem, weil man sich fragen muss, wie unabhängig diese Firmen arbeiten? In der Praxis gibt es aber nicht nur eine Ratingagentur sondern mindestens 3-4 große (MSCI ESG Research, Sustainalytics, u. a.) und viele kleine. Die Macht ist also verteilt.

Außerdem steckt viel Kapital in aktiv gemanagten Nachhaltigkeitsfonds, die auf eigene Bewertungen zurückgreifen. Ich habe mal das Anlagevolumen aller nachhaltigen ETFs auf justETF zusammenzählt. Da bin auf ca. 34 Mrd Euro gekommen. Das sind natürlich nicht alle weltweit verfügbaren ETFs. Aber laut International Institute for Sustainable Developement stecken mehr als 30 Billionen Dollar in nachhaltigen Investments. Diese Summe ist nicht nur auf Grundlage von ein oder zwei Ratings investiert.

Nachhaltigen ETFs sind weniger transparent als aktive Nachhaltigkeitsfonds

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Die Zusammenstellung von nachhaltigen Indizes findet im Verborgenen statt. Diese Kritik an nachhaltigen ETFs hört man vor allem von aktiven Fonds. Aber sind die wirklich so viel besser?

Ich habe drei nachhaltige Fondgesellschaften angeschrieben und nachgefragt:

  • Deka
  • GLS-Bank (Union Invest)
  • Raiffeisenbank

Ich wollte wissen, „…ob Sie auch tiefergehende Details bereitstellen, warum ein Unternehmen Eingang in einen Fond findet und warum es vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt wieder verkauft wird? Mich würde auch die Bewertung der Unternehmen in Punkto Nachhaltigkeit interessieren (ESG Rating), falls sie ein solches Bewertungssystem nutzen.“

Das waren die Antworten

Ich wurde mit einer Fülle an zusätzlichen Dokumenten versorgt, die ich auf den Homepages vorher nicht gefunden hatte. Mit Spannung wühlte ich mir durch hunderte von Seiten. Ich muss zugeben, es wurde tatsächlich etwas detaillierter als bei ETFs beschrieben, welche Nachhaltigkeitsstrategie hinter den einzelnen Produkten steckt.

Vom Kundenservice war ich durchweg begeistert.

Vor allem die Leitlinien zur aktiven Vertretung der Aktionärsinteressen fand ich sehr spannend. Allerdings habe ich von keiner Fondgesellschaft detaillierte Listen bekommen, welche Firma mit welchem Ranking bewertet wurde und warum sie im Fond ist oder nicht. Wenn du diese Informationstiefe unter echter Transparenz versteht, wirst du also auch hier enttäuscht werden (zumindest soweit meine Recherche ging).

Raiffeisen Capital Management ging hier am weitesten. Ich habe ein Dokument zugeschickt bekommen, in dem anhand von 11 konkreten Unternehmensbeispielen gezeigt wurde, wie deren Bewertungssystem (Scorecard) funktioniert und warum das Unternehmen in den Fond aufgenommen wurde. Echt klasse!

Mein Fazit

Hinter aktiven Nachhaltigkeitsfonds verbirgt sich vermutlich oft ein sehr gewissenhaftes Management. Die Dokumente und der direkte Kontakt waren sehr vertrauenswürdig. Mit ETF-Anbietern wie Solactive hatte ich aber auch schon einen netten Austausch.

Außerdem darf man nicht vergessen, dass hinter der Zusammenstellung von nachhaltigen ETFs auch Menschen und eine gewissenhafte Auswahl stecken und kein blinder Computeralgorithmus. Vielen ETFs halten sehr gute Informationen bereit, welche Auswahlkriterien angewendet werden. Das in Zusammenhang mit der passiven Aktiengewichtung und den geringen Kosten überzeugt mich nach wie vor.

Nachhaltigkeit zu prüfen, verschlingt wahnsinnig viele Ressourcen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Diese Kritik richtet sich generell gegen nachhaltige Investments und stammt von Andreas Beck. Ich möchte meine Antwort kurz halten. Die Einhaltung von Menschenrechten, Umweltauflagen und nachhaltigem Wirtschaften zu prüfen, sollte niemand als Geldverschwendung ansehen. Da fallen mir hundert andere Geschäftsmodelle ein, die sinnloser sind.

Wenn wir unser Miteinander und unsere Umwelt positiv entwickeln wollen, kommen wir um Transparenz nicht drum herum. Und die erfordert nun mal harte Arbeit und Recherche. Mal davon abgesehen, dass diese Überprüfung auch Jobs schafft.

Versteh mich übrigens nicht falsch. Ich halte Andreas Beck für einen sehr kompetenten Fachmann. Ich sehe seine Interviews gerne, auch wenn ich in Sachen Nachhaltigkeit anderer Meinung bin.

Zwischenfazit zur Kategorie „Gutes Gewissen“

Es steht außer Frage, dass ein nachhaltiges Investment nur einer von vielen Bausteinen eines nachhaltigen Lebens sein kann. Da es um moralische Fragen und individuelle Wertvorstellungen geht, muss jeder selbst entscheiden, mit welchen Investments er leben kann und mit welchen nicht.

Ich bezeichne meine ETFs nicht als nachhaltig sondern als nachhaltigER.

Nachhaltige Investmentprodukte werden nie perfekt sein. Es wird immer Schlupflöcher, Graubereiche und gegensätzliche Meinungen geben. Auch wenn der ein oder andere Kritikpunkt an nachhaltigen ETFs gerechtfertigt ist, würde ich mich nicht davon abschrecken lassen. Viele Produkte sind sehr wohl nachhaltiger als ihre „normalen“ Alternativen.

KATEGORIE 2: Positiver Einfluss

Kritik an nachhaltigen ETFs - Positiver Einfluss

Nachhaltige Investments haben überhaupt keinen Einfluss auf die Unternehmen

Besonders hartnäckig hält sich die Kritik, dass der Kauf von Aktien nachhaltiger Unternehmen oder ETFs überhaupt nichts bringt. Das ist einfach nicht richtig. Gleich der erste Punkt zeigt, dass viele Argumente einfach zu kurz gedacht sind.

Ich kaufe meine Aktien nicht von Unternehmen sondern anderen Aktionären

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Diesen Punkt kannst du schnell wieder vergessen. Natürlich verdient kein Unternehmen der Welt daran, wenn ihre Aktien an der Börse gehandelt werden. Sie haben das Geld am Anfang erhalten, beim Börsengang. Allerdings hat die Nachfrage einer Aktie an der Börse Einfluss auf den Börsenkurs und das hat eine ganze Reihe von Effekten. Leider läuft einem dieser Irrglaube auch bei vielen Profis und Influenzern über den Weg. Hier ein Beispiel vom Finanzwesir, dem ich aber natürlich trotzdem sehr gerne zuhöre.

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Die meisten Unternehmen brauchen im weiteren Verlauf neue Finanzierungen. Sie arbeiten mit „Leverage“, deshalb ist auch kaum ein Unternehmen schuldenfrei. Wenn sie weitere Aktien emittieren, bekommen sie viel mehr Kapital dafür, wenn die Kurse hoch stehen. Außerdem müssen Unternehmen weniger Zinsen für Anleihen bieten, wenn sie als verlässlich und zukunftssicher eingeschätzt werden.

Darüber hinaus hängen die Boni der Manager und das Vermögen der Aktionäre von den Börsenkursen ab. Diese spiegeln immerhin den Wert der Firma wieder. Es gibt also eine Menge Interessensgruppen, die eine mangelnde Nachfrage und fallende Börsenkurse alles andere als lustig finden.

Außerdem sind niedrig bewertete Unternehmen anfälliger für Übernahmen, sind beim Mitarbeiterrecruiting benachteiligt und haben weniger Einfluss als ihre Konkurrenten (Stickwort Marketing und Lobbyismus). All das führt dazu, dass es heutzutage erhebliche Konsequenzen auf Aktionärsversammlungen und in Bordmeetings nach sich zieht, wenn sich der Aktienkurs in die falsche Richtung bewegt.

Wenn du keine Tabak- oder Ölkonzerne kaufst, tut es halt ein anderer

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Nur weil nachhaltige Investoren ein Unternehmen verschmähen, heißt es nicht, dass sich die Kurse schlecht entwickeln. Das Argument der Kritiker ist, dass es immer Investoren gibt, denen solche Aspekte egal sind. Sobald der Kurs absackt ist, sammeln sie das Geschenk gerne auf. Die Nachfrage steigt also wieder und der Kurs pendelt zurück auf normal.

Hängt die Bewertung einer Aktie also allein von den Fundamentaldaten ab? Der Gewinn zählt und wie er sich in Zukunft entwickelt? Rauchen die Menschen weiter Zigaretten, werden auch Tabakkonzerne weiter Gewinne machen. Ihr Wert bleibt erhalten.

Das ist nur in Teilen richtig. Die Gesetze des Marktes (Angebot und Nachfrage) lassen sich zwar nicht so schnell aushebeln. Allerdings werden hier Sekundäreffekte, Feedbackschleifen und das Thema Risiko vergessen.

  • Wenn mehr und mehr Menschen nachhaltig anlegen, steigt das Risiko, dass ich meine Aktien in ein paar Jahren doch nicht mehr zu einem vernünftigen Preis loswerde. Auch wenn das Unternehmen (noch) profitabel ist. Wenn dieses Risiko als real angesehen wird, wird dies bereits heute Schritt für Schritt eingepreist und der Wert der Aktie sinkt.
  • Wenn ich mich als Unternehmen immer teurer finanzieren muss, wirkt sich das negativ auf Margen und Gewinne aus. Das senkt den Kurs weiter und macht die Situation noch prekärer. Ein Teufelskreis. Große Unternehmen mit soliden Margen wie z. B. Tabakkonzerne leiden darunter natürlich weniger. Kleinere Firmen, vor allem mit nachhaltig arbeitender Konkurrenz, haben dadurch aber echte Wettbewerbsnachteile.
  • Günstige Finanzierung für nachhaltige Geschäftsmodelle kann der nötige Kickstarter sein, um groß genug zu werden. Vielfach werden Skaleneffekte benötigt, um wirklich wirtschaftlich zu werden. Wenn dadurch konkurrenzfähige nachhaltige Produkte auf den Markt kommen, zieht das Konsumverhalten nach.
  • Ein starker Trend zu nachhaltigen Investments, gepaart mit Änderungen im Konsumverhalten, machen es den Gesetzesgebern leichter, neue Regulierungen einzuführen, die Menschen und Umwelt schützen und von denen wiederum die nachhaltigen Unternehmen profitieren.

In diesem Artikel habe ich mich noch mal intensiver mit dem Thema befasst.

Wirklichen Einfluss hat man nur über seine Konsumentscheidungen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Wie im vorherigen Punkt bereits beschrieben, stimmt es, dass nachhaltige Investments mittel- bis langfristig erfolglos bleiben würden, wenn sich nichts an unserem Konsumverhalten und den politischen Rahmenbedingungen ändern würde.

Ich sehe nachhaltige Investments daher als Katalysator.

Versorgt man nachhaltig wirtschaftende Firmen und innovative Startups mit ausreichend Kapital, können grüne Technologien schneller entwickelt und nachhaltige Produkte günstiger auf den Markt gebracht werden. Das begünstigt ein Umdenken in Gesellschaft und Politik, was wiederum dafür sorgt, dass die nachhaltigen Unternehmen tatsächlich profitabel werden.

Würden Regulierungen und Konsumverhalten unverändert bleiben, würde nachhaltiges Investieren nicht viel bringen. Dann würden nachhaltige Firmen nur künstlich teuer und die anderen billig gemacht werden, was der Markt schnell wieder ausgleichen würde.

Es stimmt also. Ein verstärktes Interesse an nachhaltigen Geldanlagen kann rein formal nicht der Ursprung für Veränderungen sein. Es wird den Trend aber unterstützen und beschleunigen, was beim Klima umso wichtiger ist. Ich und viele andere sind davon überzeugt.

Keine positiver Einfluss auf Aktionärsversammlungen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Nur wer an einer Firma beteiligt ist, kann auch auf deren Aktionärsversammlung gehen. Wenn nachhaltige Investoren schlimme Firmen aus ihrem Portfolio ausschließen, haben sie kein Wahlrecht und keinen direkten Einfluss auf die Firmen. An dem Kritikpunkt ist also etwas dran.

Das Kapitel davor hat zwar gezeigt, dass auch so Druck ausgeübt werden kann. Aber dieser Einfluss ist nicht so direkt wie die Beteiligung an Aktionärsversammlungen.

Besonders gravierend kann das sein, wenn sich Effekte nachhaltiger Entwicklungen erst weit in der Zukunft negativ auf eine Firma auswirken. Dann könnten sich Aktionäre in dem von ihnen angepeilten Anlagehorizont „sicher fühlen“. Viele nicht nachhaltige Geschäftsmodelle werden (noch eine Weile) profitabel bleiben. Ob es nun um Umweltverschmutzung, Tabaksucht oder Menschenrechtsverletzungen in korrupt regierten Ländern geht.

Aktive Nachhaltigkeitsfonds werben daher mit ihrer aktiven Stimmenabgabe.

Shareholder Aktivismus

Dass sich Fonds so vermarkten ist absolut in Ordnung und ich finde deren Einsatz echt klasse. Allerdings gibt es auch ETF-Anbieter, die sich genauso vorbildlich verhalten. Was man nämlich nicht vergessen darf ist, dass diese Anbieter auch normale ETFs im Programm haben und daher auch an nicht nachhaltigen Firmen beteiligt sind.

Das bedeutet übrigens auch, dass es durchaus eine Rolle spielt, bei welchem Anbieter man seine ETFs kauft. Anbieter wie Amundi und HSBC verhalten sind z. B. sehr vorbildlich auf Aktionärsversammlungen, während iShares und Blackrock immer wieder in der Kritik stehen.

Am cleversten finde ich übrigens die Verfechter von Einzelaktieninvestments, die einem suggerieren, nur wer direkt beteiligt ist, hat auch die Kontrolle. Als wenn ein Otto-Normal-Investor jedes Jahr zu 20 Aktionärsversammlungen fährt, um sein gut informiertes Voting abzugeben…

Die kleinen Summen von Privatanlegern machen keinen Unterschied

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Ecoreporter schreibt: „Wird die Welt friedlicher, wenn ein Anleger 10.000 Euro in einen nachhaltigen ETF steckt, der nicht in Rüstung investiert?“

Meiner Meinung nach, eine absolut unverantwortliche Aussage.

Das wär, als würde ich dir davon abraten, zur Wahl zu gehen, weil du nur eine einzige Stimme hast. Mehr will ich zu dem Thema eigentlich gar nicht sagen.

Natürlich wird zurecht debattiert, wie weit man jeden Einzelnen in die Verantwortung nehmen darf. Das lenkt gerne von Konzernen und Regierungen ab, die letztlich die Verursacher sind bzw. am längeren (Entscheidungs)hebel sitzen. Aber die Debatte will ich hier gar nicht befeuern. Für mich steht fest, Kleinvieh macht auch Mist.

Man darf auch nicht unterschätzen, wie die Dinge im Kopf zusammenhängen. Welche Kräfte so etwas freisetzen kann. Wenn man anfängt nachhaltig zu investieren, kann das Effekte in ganz anderen Lebensbereichen haben.

Der Einfluss nachhaltiger Investments ist oft gar kein positiver

Viele der bisher genannten Kritikpunkte an nachhaltigen ETFs und grünen Investments gehen davon aus, dass das Geld tatsächlich bei den richtigen Firmen landen. Was aber, wenn deren Wirken gar nicht so positiv ist? Viele Kritiker bemängeln, dass nachhaltiges Verhalten und nachhaltige Entscheidungen oft gar nicht so nachhaltige Auswirkungen haben.

Ist Atomkraft wirklich so schlimm? Die Abschaltung führt zu mehr Kohleförderung!

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 4

Vielleicht wirst du jetzt enttäuscht sein, dass ich diesen Punkt nicht auseinander nehme und dir eine tolle Lösung präsentiere. Ich sage dir im Gegenteil sogar, an vielen solcher Beispiele ist etwas dran. Ob es nun der Abbau von Metallen für Akkus und Solaranlagen oder das Verschwinden von Dörfern und Ökosystemen beim Bau eines Staudamms ist. Wer kann schon sagen, welche Technologien, Subventionen und Entwicklungen am Ende die beste Bilanz aufweisen?

Es gibt immer einen Haken. Gäbe es einfache Lösungen, wären sie längst umgesetzt.

Man muss davon abrücken, dass nachhaltiges Verhalten und nachhaltige Investments eine optimale Lösung darstellen. Wir werden immer in einer Welt der Kompromisse leben. Deshalb sage ich auch immer wieder, dass meine ETFs nachhaltigER und nicht nachhaltig sind.

Vielleicht ist sogar ein Ölkonzern in meinen ETFs ausgeschlossen, der all sein Geld in die Erforschung eines umweltfreundlichen Fusionskraftwerks steckt. Damit muss ich leben.

Für mich ist wichtig, dass ich unterm Strich in Firmen investiert bin, die mehr auf unsere Natur und Umwelt achten, würdiger mit Menschen umgehen und mehr darauf bedacht sind, ihren Profit mit einer lebenswerten Zukunft in Einklang zu bringen, als die restlichen Unternehmen.

Kontroversen Konzernen wird das Geld für den Wandel entzogen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Bei diesem Punkt habe ich wenig Mitleid. Klimawandel und ethische Grundsätze sind nichts Neues mehr.

Ich weiß zwar, wie Menschen ticken. Da wird erst mal weitergemacht, bis der Leidensdruck groß genug ist. Aber der moralische Aspekt wiegt schwer. Konzernen, die jahrelang Mensch und Umwelt ausgebeutet haben, kann ich nicht so ohne Weiteres verzeihen. Dafür gab es zu viel Zeit (und meist auch Geld), sich schon mal freiwillig in die richtige Richtung zu bewegen.

Natürlich ist die Menschheit in vielen Bereichen gut beraten, das Potential etablierter Konzerne zu nutzen. Sofern diese an einem Wandel zu mehr Nachhaltigkeit interessiert sind. Mein liebstes Beispiel ist die Ölindustrie. Wir sind nun mal auf Energie angewiesen, auch eine ganze Weile noch auf fossile Brennstoffe und die Infrastruktur der Ölkonzerne kann auch im Zeitalter erneuerbarer Energien noch sehr nützlich sein.

Genau aus diesem Grund bauen so viele nachhaltige ETFs auf das Best-in-Class-Prinzip. Das schließt solche Branchen nicht kategorisch aus, sondern nimmt die besten ihres Fachs in die Auswahl. So werden die gefördert, die sich längst für eine grünere Richtung entschieden haben.

Börsennotierte Unternehmen lagern ihre kontroversen Geschäftsbereiche einfach aus

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 4

Das stimmt leider. Es gibt viele große Firmen, die Sparten mit moralischen Konflikten ausgliedern bzw. an andere Unternehmen verkaufen. So steht die Kernfirma gut da, obwohl sich an der generellen Situation wenig geändert hat.

Aus den Augen aus dem Sinn.

Das will ich nicht beschönigen, allerdings gibt es ein paar gute Nachrichten. Zum einen gehen Unternehmen nicht umsonst an die Börse. Wenn es keine Vorteile für die Finanzierung hätte, würde es keiner machen. Zum anderen sind einzelne Sparten in großen Konzernen besser geschützt. Sie können in Durststrecken durch Gewinne in anderen Bereichen querfinanziert werden. Sie profitieren von Marketing, Image und Synergieeffekten.

Wenn Nestlé also seine Wassersparte verkauft, steht kein riesiger Konzern mehr dahinter, der diese Geschäftspraktiken so unangreifbar gemacht hat. Solche Abspaltungen könnten also begrüßenswert sein. Auf der anderen Seite birgt das zugegebenermaßen die Gefahr, dass sich kontroverse Teile der Lieferketten in kleinen nicht börsengehandelten Unternehmen verstecken.

Das wurde allerdings längst durchschaut. In Deutschland und anderen Ländern wird an Lieferkettengesetzen gearbeitet, die die Unternehmen auch bei extern eingekauften Waren und Dienstleistungen in die Haftung nehmen. Deckt das alle Eventualitäten ab? Nein. Ist das ein Schritt in die richtige Richtung? Ja!

Zwischenfazit zur Kategorie „Positiver Einfluss“

Es würde mich ehrlich gesagt wundern, wenn man in 30 Jahren in Studien eindeutig beweisen kann, dass nachhaltige Investments einen Beitrag zur Entwicklung von Unternehmen zu mehr Nachhaltigkeit beigetragen haben. Dafür spielen zu viele Faktoren eine Rolle, die sich gegenseitig bedingen und verstärken (Konsumverhalten, Gesetze, usw.).

Allerdings sieht man an vielen Beispielen, dass der Druck der Investoren definitiv real ist. Nestlé Teile gibt nicht aus Spaß Teile seiner kritisierten Wassersparte auf, General Electric hat vor kurzem noch groß in Kohlekraftwerke investiert, will jetzt aber doch lieber anders Geld verdienen und Siemens kann nur unter großem Imageverlust eine kontroverse Signalanlage für ein indisches Kohlekraftwerk bauen. Nachhaltigkeit ist im Konzernalltag angekommen.

Warum sollte die Weisheit „Geld regiert die Welt“ bei nachhaltigen Investments auch auf einmal nicht mehr gelten?

KATEGORIE 3: Finanzieller Erfolg

Kritik an nachhaltigen ETFs - Finanzieller Erfolg

Nachhaltige Investment sind schlechter diversifiziert

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 4

Das Ziel von Indexinvestoren ist es, möglichst breit gestreut in die ganze Welt zu investieren. Frei nach dem Motto, wer weiß schon, wer die Gewinner von Morgen sind? Dabei muss man aber festhalten, dass die wenigsten Indexinvestoren wirklich alle Unternehmen der Welt im Portfolio haben.

Auch eine Kombination aus MSCI World und MSCI Emerging Markets ist nur ein Ausschnitt (hier fehlen die Entwicklungsländer/Frontier Markets und Small Cap Unternehmen).

Was muss in ein Portfolio, damit man es als gut diversifiziert bezeichnen kann?

Die wichtigen Punkte lassen sich auch mit nachhaltigen Investments realisieren:

  • Nachhaltige ETFs gibt es breit gestreut für Industriestaaten UND Schwellenländer.
  • Es gibt nachhaltige Small Cap ETFs, mit denen man in kleine Unternehmen investieren kann.
  • Alle großen Industriesektoren wie z. B. Energie, Finanzen oder IT sind vertreten und oft sogar in der gleichen Gewichtung wie in den Elternindizes.

Der einzige Unterschied ist die absolute Anzahl der Unternehmen. Die ist bei nachhaltigen ETFs je nach Strenge der Kriterien mal halb so groß oder mal nur ein Viertel (z. B. im MSCI World SRI). Man darf aber nicht vergessen, dass es immer noch hunderte von Unternehmen sind.

Einen großen Nachteil in Punkto Diversifikation sehe ich nicht.

Alle wichtigen Kriterien wie Region, Unternehmensgröße und Sektoren sind genauso gut abgedeckt wie in klassischen ETFs. Rein formal betrachtet ist das Rendite-Risiko-Verhältnis von nachhaltigen ETFs durch die geringere Anzahl der Positionen aber natürlich etwas schlechter.

Nachhaltige ETFs Diversifikation

Wenn man sich die Grafik anschaut, fragt man sich doch, warum ein MSCI World als guter Einstieg empfohlen wird, während nachhaltige ETFs automatisch Teufelszeug sind?

Nachhaltige ETFs sind keine passiven Investments mehr

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 5

Neben der Diversifikation ist für Indexinvestoren vor allem der passive Ansatz entscheidend. Es soll bloß keine aktive Auswahl getroffen werden, weil eben niemand vorhersagen kann, welche Unternehmen sich gut entwickeln.

Ich muss zugeben, dass eine Selektion nach Nachhaltigkeitskriterien ein Stück weit aktives Investieren ist.

Auch wenn die Auswahl unabhängig von Wirtschaftsfaktoren und der Konjunkturlage getroffen wird.

Allerdings muss 100% passives Investieren nicht der heilige Gral sein. Hier sind drei Gründe, warum man die aktive Komponente nachhaltiger Investments in Kauf nehmen könnte:

  • Es geht dir um mehr als Rendite und Risiko. Du möchtest von bestimmten Branchen oder Geschäftsmodellen einfach nicht profitieren, egal wie hoch die Rendite ist.
  • Du glaubst daran, dass die diversen Nachhaltigkeitsrisiken heute noch nicht vollständig eingepreist sind (siehe Punkt weiter unten). Die aktive Auswahl könnte also sogar positiv sein.
  • Du schätzt den Effekt der aktiven Auswahl – ob nun positiv oder negativ – als relativ klein ein (solange du in breit gestreute nachhaltige Indizes investierst).

Diese Kritik an nachhaltigen ETFs ist also rein formal korrekt. Wie in vielen anderen Fällen heißt das aber nicht automatisch, dass sie eine große Rolle spielt und ein Argument gegen nachhaltige ETFs sein muss.

Nachhaltigkeitsrisiken sind schon längst eingepreist

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Viele Kritiker stimmen zwar zu, dass es Nachhaltigkeitsrisiken gibt, sie behaupten aber, dass diese längst in den Aktienbewertungen drinstecken. Das bedeutet, ein Unternehmen, das z. B. durch umweltschädliche Geschäftspraktiken Angst vor strengeren Auflagen haben muss, wird auf Grund des zusätzlichen Risikos bereits schlechter bewertet.

Wenn das bei allen Unternehmen der Fall wäre, würde ein verstärktes Interesse an nachhaltigen Investments dazu führen, dass diese „künstlich“ höher bewertet werden als es ihre fundamentalen Wirtschaftszahlen hergeben. Selbst wenn sich nachhaltige Unternehmen tatsächlich besser entwickeln würden, hätte das dann keine große Überrendite zur Folge (Szenario A). Es würde sogar umgekehrt zu einer schlechteren Performance führen, wenn sich Nachhaltigkeitsrisiken doch nicht manifestieren und sich nachhaltige Unternehmen so entwickeln wie alle anderen (Szenario B).

Nachhaltige ETFs Wachstumserwartungen und Rendite

Wenn ich mir allerdings die Börsenrealität anschaue, ergibt sich ein anderes Bild. Preise werden immer auch von Investoren mitbestimmt, die nur Monate oder ein paar Jahre in die Zukunft blicken. Deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass heute längst nicht alle langfristigen Entwicklungen in Punkto Nachhaltigkeit eingepreist sind. Werden Nachhaltigkeitsrisiken auch nur in Teilen Realität, könnten sich Unternehmen, die darauf eingestellt sind, deutlich besser entwickeln als heute durchschnittlich angenommen (Szenario C).

Nachhaltige Unternehmen sind schon viel zu hoch bewertet

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Wer den letzten Punkt gelesen hat, wird sich fragen, wie hoch nachhaltige Unternehmen überhaupt schon bewertet sind? Sie sind tatsächlich schon viel teurer als der Gesamtmarkt? Das sieht man, wenn man die KGVs von nachhaltigen ETFs mit denen ihrer Eltern-ETFs vergleicht.

KGV von nachhaltigen ETFs und ihrer Benchmark (Nov. 2020)

Du siehst, die Unterschiede sind marginal. Der amerikanische S&P 500 hat aktuell ein KGV von über 30 und den kaufen auch noch viele.

Das KGV von ETFs

Teilt man den erwarteten Gewinn eines Unternehmens (pro Aktie) durch den Kurs der entsprechenden Aktie, erhält man das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis. Ein relativ normaler Wert ist aktuell ca. 20. Das bedeutet, dass der Wert der Firma dem 20-fachen Jahrengewinn entspricht. Für ETFs kann man das durchschnittliche KGV aller enthaltenen Unternehmen berechnen.

Man sollte allerdings beachten, dass das KGV kein zuverlässiger Indikator dafür ist, ob eine Aktie oder ein ETF über- oder unterbewertet ist. Die Bewertung einer Firma ergibt sich neben verschiedenen Risikofaktoren vor allem aus den prognostizierten und abgezinsten Gewinnen der Zukunft (discounted cashflow).

Aktien nachhaltiger Unternehmen können ganz einfach hoch bewertet sein, weil ihnen mehr Wachstum zugesprochen wird. Bleiben die Aussichten positiv, können Unternehmen über lange Perioden konstant hoch bewertet sein und jedes Jahr stark wachsen (im Wert und im Kurs).

Amazon hatte 2013 ein KGV von weit über 600. Heute liegt es bei unter 50, obwohl die Aktie stetig weiter gestiegen ist (sorry für das nicht nachhaltige Beispiel, falls Amazon bei dir auf der roten Liste steht).

Wer mehr über die Renditeerwartungen von nachhaltigen ETFs erfahren möchte, kann sich diesen Beitrag anschauen.

Nachhaltige Unternehmen sind wirtschaftlich im Nachteil

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 2

Eigentlich ist es offensichtlich. Wer sich am Buffet natürlicher Ressourcen bedient, Abfälle gedankenlos entsorgt und es mit Arbeits- und Menschenrechten nicht so genau nimmt, spart Kosten. Oder?

Warum filtern unsere Fabriken dann ihre Abgase? Warum gibt es einen Mindestlohn? Warum beschäftigen wir keine Zwangsarbeiter? Weil die Wirtschaft eben nicht machen kann, was sie will. Sie bewegt sich zwar vergleichsweise frei, aber eben trotzdem im Rahmen gesetzlicher und moralischer(!) Richtlinien.

Und diese Richtlinien werden sich verschärfen!

Ich sehe vor allem drei große Nachhaltigkeitsrisiken, die in Zukunft zu immer strengeren Regulierungen und Normen führen werden (durchschnittlich natürlich und nicht überall gleich). Und genau diese Regeln und Gesetze sorgen dafür, dass nachhaltige Unternehmen eben nicht im Nachteil sind.

Nachhaltigkeitsrisiko Globalisierung

Der steigende Wohlstand der Weltbevölkerung und der globale Informationsaustausch führen zu einem immer größer werdenden Bedürfnis nach Freiheit, Fairness und menschenwürdigen Verhalten.

Wenn man an der Armutsgrenze lebt, ist man nicht wählerisch. Wenn man es nicht besser weiß, ist man an Ausbeutung und Umweltverschmutzung gewöhnt. Aber das ändert sich auf globaler Ebene. Natürlich gibt es regionale Schwankungen, populistische Strömungen und Rücksetzer.

Das wird aber nichts daran ändern, dass die Menschen in asiatischen Ländern, in Afrika oder im nahen Osten sauberes Wasser, einen blauen Himmel und menschenwürdige Arbeitsplätze haben wollen. Die Regierungen weltweit werden diesen Trend auf ihre Agenda nehmen müssen.

Nachhaltigkeitsrisiko Klimawandel

Der Klimawandel übt einen Druck aus, dem sich die Menschheit nicht entziehen kann. Wenn Wasser, Luft und Erde im eigenen Land so verschmutzt sind, dass die Menschen krank werden. Wenn das Wetter so verrückt spielt, dass die wirtschaftlichen Schäden außer Kontrolle geraten. Wenn ganze Lebensräume unbewohnbar werden, dann rechtfertigt der Leidensdruck irgendwann alle Mittel. Und diese Mittel sind Vorschriften, Richtlinien und Grenzwerte für Unternehmen. Denn wer verschmutzt denn die Umwelt? Die Produkte und Dienstleistungen von Unternehmen.

Nachhaltigkeitsrisiko Ressourcenknappheit

Das Fördern von endlichen Rohstoffen und das Ausbeuten von Ressourcen wie Land und Wasser ist im wahrsten Sinne des Wortes nicht nachhaltig, also nicht dauerhaft durchhaltbar.

Nach Öl muss tiefer gebohrt, nach Seltenerden aufwändiger geschürft werden. Wer sich zu lange auf alteingesessene Strukturen und Technologien verlässt, wird im Umfeld der heutigen Turboinnovationen untergehen.

Wer hingegen Technologien entwickelt, die sich erneuerbare Energien zunutze machen, wenig Abfall produzieren und nachwachsende Rohstoff verwenden, wird früher oder später im Vorteil sein. Innovation ist nicht aufzuhalten.

Menschen werden immer süchtig nach Alkohol, Nicotin und Energie sein

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Es gibt einige Firmen, die nicht auf Grund von Umweltverschmutzung oder dem Brechen von Regeln ausgeschlossen werden. Manche Firmen vertreiben Produkte, die als unethisch angesehen werden, und trotzdem gebraucht oder gewünscht werden.

Menschen werden so schnell nicht aufhören, zu rauchen oder Alkohol zu trinken und der Bedarf an Waffen wird nicht verschwinden. Firmen, die diese Dinge produzieren, sind vermutlich keinen so großen Nachhaltigkeitsrisiken ausgesetzt. Sie werden weiter Gewinne machen. Das bedeutet aber nicht, dass dir dort ein riesiges Renditepotential durch die Lappen geht.

Durch den Trend zu nachhaltigen Investments können sie natürlich temporär mal unterbewertet sein. In Phasen, in denen sie das aufholen, erscheinen sie wie unverzichtbare Investments. Aber ich glaube nicht, dass man sie als langfristiger Investor im Portfolio braucht, um eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften.

Dass sogenannte „Sin-Stocks“ (Sündenunternehmen) langfristig outperformen ist weder bewiesen noch widerlegt. Aber selbst wenn, würde das kleine Renditeplus für mich nicht rechtfertigen, sie in meinem Portfolio zu haben. Schließlich investieren ich aus einer Reihe von Gründen nahhaltig und nicht primär, weil ich eine Überrendite erzielen möchte.

Man verzichtet auf Firmen, die man gar nicht so schlimm findet

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 4

Da das Thema Nachhaltigkeit nicht nur auf klar definierbaren Kriterien basiert, sondern viel mit moralischen Wertvorstellungen zu tun hat, wird es immer Firmen geben, die du gar nicht so schlimm findest. Wenn so eine Firma in deinem ETF oder Fond fehlt, sich aber gut entwickelt, ist das ärgerlich.

Ist Google jetzt wirklich so schlimm? Oder Amazon? Oder Nestlé? Wenn man von Kursraketen liest, die man selbst nicht im Portfolio hat, grummelt der Bauch.

Wer solche Gedanken hat, den kann ich beruhigen. Facebook, Amazon und Co. mögen eine beispiellose Entwicklung durchgemacht haben, aber die hat auch Microsoft gemacht. Microsoft wird durch die Bank als nachhaltig eingestuft und ist sogar im MSCI World SRI enthalten.

Das Big Picture im Blick haben

Ich will nicht beschönigen, dass nachhaltigen Investoren mal ein Pharmakonzern durch die Lappen gehen kann, der ein spektakuläres Antikrebsmedikament entwickelt.  Aber auch wenn diese Kritik an nachhaltigen ETFs rein formal berechtigt ist, heißt das nicht, dass deine Rendite am Ende schlechter sein muss.

Die Rendite ist der Durchschnitt des gesamten Markts und der besteht aus viel mehr als nur den Sternen am Börsenhimmel. Wenn du also an Nachhaltigkeit als eine vielschichtige, tiefgreifende Entwicklung glaubst, verkraftest du die nächste Megaschlagzeile, an der du nicht beteiligt bist.

Mein Tipp: Falls du eine bestimmte Firma in deinem nachhaltigen ETF vermisst, die du unbedingt im Portfolio haben möchtest, könntest du sie auch als Einzelaktie dazukaufen. Solange du sie nicht zu hoch gewichtest, kann ich diesen Tipp als ETF-Verfechter vertreten.

Warum soll ich als Privatanleger die Welt retten?

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 3

Investoren, die Angst vor der geringeren Diversifikation und dem etwas schlechteren Risiko-Rendite-Verhältnis haben, fragen sich, warum sie dieses Risiko tragen sollten. Etwaige Kompensation durch geringere Nachhaltigkeitsrisiken mal beiseite, ist das durchaus ein valides Argument.

Der Privatinvestor von nebenan legt sein Geld in der Regel nicht an, um unermesslich reich zu werden, sondern um seine Altersvorsorge zu sichern. Der Investitionserfolg hat direkte Auswirkungen auf Lebensqualität und Gesundheit im Alter.

Sollten nicht eher Investoren die Verantwortung übernehmen, die es sich leisten können?

Dieses Argument möchte ich nicht kleinreden. Ich kann es nachvollziehen, auch wenn ich der Meinung bin, dass jeder bei sich anfangen sollte. Außerdem macht die Masse der Kleinanleger einen riesigen Batzen Kapital aus.

Wem beim Gedanken an eine Reduktion der Firmenanzahl in seinem ETF partout nicht wohl ist, sollte sich nicht gezwungen fühlen, nachhaltig zu investieren. Nur sollte man die Vorteile nicht übersehen, die einem nachhaltige Investments bieten: ein gutes Gewissen, eventuell positiver Einfluss und vielleicht sogar eine bessere Rendite.

Nachhaltige ETFs sind nur ein Marketing-Gag

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Grüne Fonds und klimaneutrale ETFs schießen wie Pilze aus dem Boden. Natürlich versucht die Finanzindustrie Geld an so einem Trend zu verdienen! Wer glaubt, die Banken, Fond- und Indexanbieter machen das aus reiner Nächstenliebe, hat Wirtschaft nicht verstanden.

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass nachhaltige Investments Betrug am Kunden sind.

Wie unter den anderen Punkt erklärt, bin ich fest davon überzeugt, dass nachhaltige Investments und ETFs einen positiven Einfluss haben können. Und das propagieren auch andere, die dir keine nachhaltigen Produkte andrehen wollen, z. B. der Norwegische Staatsfond.

Ich gebe den Kritikern allerdings in einem Punkt recht. Wenn auf einmal alle Welt nur nachhaltig investieren würde, würde das definitiv zu einer Überbewertung vieler nachhaltiger Firmen und zu einer Unterbewertung von anderen Unternehmen führen. Aber da sind wir noch lange nicht. Viele Investoren treffen ihre Entscheidungen nach wie vor, ohne moralische Aspekte mit einzubeziehen.

Die Finanzindustrie wird gezwungen, Anleger auf nachhaltige Alternativen hinzuweisen

Nachhaltige ETFs - Pro und Contra 1

Dieser Punkt wurde unter anderem von Andreas Beck kritisiert, der anscheinend befürchtet, dass Privatanleger geradezu dazu gedrängt werden, nachhaltig zu investieren. Ob das zu ihrem Vor- oder Nachteil ist, ist an dieser Stelle gar nicht entscheidend.

Ich sehe das weniger dramatisch. Es ist wichtig, dass die (oft ahnungslosen) Kunden, auf alle Optionen hingewiesen werden. Die Entscheidung liegt ja nach wie vor beim Kunden. Das Thema ist so wichtig, dass ein neuer Investor darauf hingewiesen werden sollte. Wir wissen doch alle, dass man gerade bei Dingen, die uns im Alltag wenig beschäftigen, nicht alle Aspekte auf dem Schirm hat.

Zwischenfazit zur Kategorie „Finanzieller Erfolg“

Ich will gar nicht so viel dafür werben, dass nachhaltige Unternehmen besser performen könnten als normale Investments. Das kann durchaus sein, muss aber nicht. Mir ist vor allem wichtig klarzustellen, dass nachhaltige Unternehmen nicht zwangläufig schlechter laufen. Man muss also nicht automatisch für den positiven Impact und das gute Gewissen zahlen.

KATEGORIE 4: Falsche Schlussfolgerungen

Nachhaltige Investments - Falsche Schlussfolgerungen

Ich habe dich am Anfang vorgewarnt, dass ich nicht alle Argumente gegen nachhaltige Geldanlagen widerlegen kann. Doch aus der Tatsache, dass an einigen etwas dran ist, ziehen viele Kritiker nachhaltiger ETFs leider oft die falschen Schlüsse.

Wenn alle Unternehmen in irgendeiner Form Dreck am Stecken haben, kann man auch gleich in alle investieren

Das ist eine faule Ausrede. Es wird so getan, als wäre das ganze Konzept der Nachhaltigkeitsfilter so mangelhaft, dass es völlig am Ziel vorbeischießt. Was für ein Quatsch.

Nur weil manch ein nachhaltiger ETF Firmen enthält, über deren Nachhaltigkeit man streiten kann, heißt das nicht, dass ein MSCI World genauso nachhaltig ist wie seine SRI-Varianten. Wenn man seine Investments nicht nachhaltig ausrichten möchte, ist das ok. Dazu sollte man stehen. Aber man braucht nicht gleich das Gegenmodell diskreditieren.

Der Finanzwesir hat in seiner Podcast-Folge 95 gesagt, wenn der Investorendruck zu mehr Nachhaltigkeit führt, ist das toll. Dann werden die Firmen in seinem MSCI World ja auch alle nachhaltiger und er kann ihn ebenso gut behalten. Sorry, da kann ich einfach nicht zustimmen.

Kein nachhaltiges Investment genügt den Ansprüchen

Die vergebliche Suche nach der optimalen Nachhaltigkeitsstrategie führt leider ebenfalls oft zur Entscheidung für herkömmliche Investments. Kritische Anleger nehmen einen nachhaltigen ETF oder Fonds nach dem anderen unter die Lupe und finden jedes Mal ein Haar in der Suppe.

Der eine ETF enthält eine Ölfirma, der andere ist etwas zu teuer und der dritte ist nicht mehr diversifiziert genug. Wenn kein Produkt passt, wird wieder zum MSCI World gegriffen. Da kann ich nur wiederholen, was ich schon mehrfach geschrieben habe:

Ein nachhaltiger ETF oder Fond wird immer ein Kompromiss sein.

Es gibt keine perfekte Geldanlage. Aber es gibt sicherlich ETFs, die einen Großteil von dem Abdecken, was man sich von einer nachhaltigen Geldanlage verspricht.

Profitabel investieren und die Gewinne spenden ist viel nachhaltiger

Wenn nachhaltiges Investieren lediglich dazu führt, dass nicht ich sondern andere gewissenlose Investoren die Kohle scheffeln, ist das vielleicht der falsche Weg. Kritiker argumentieren, dass sie den Profit wenigstens sinnvoll und gut einsetzen würden. Das sagt sogar ETF-Legende Gerd Kommer.

Also voll in alle Aktien (einschließlich „Sin-Stocks“) investieren und Teile der erwirtschafteten Rendite für wohltätige Zwecke spenden? Robin Hood mäßig nehme ich den Bö(r)sen und gebe den Guten? So einfach ist das nicht!

Es ist natürlich nicht verkehrt, einen Teil der eigenen Einkünfte an Hilfsbedürftige zu spenden. Aber wo diese Einkünfte herkommen, spielt eben auch eine Rolle. Sonst verkommt das Ganze tatsächlich zu einer Art Ablassbrief.

Wie weiter oben geschrieben, bin ich fest davon überzeugt, dass Investments großen Einfluss auf die Unternehmenslandschaft ausüben. Sie sind nicht die ultimative Kraft, die Veränderungen erzwingt. Aber nachhaltige Investitionen können als Katalysator wirken und entfalten im Zusammenspiel mit Politik und Konsumentscheidungen ihre volle Wirkung.

Meine Meinung: Spenden und Kapitalerträge sollten unabhängig von einander betrachtet und nicht moralisch gegeneinander aufgewogen werden.

Wenn alle nachhaltig investieren, sollte ich das auch machen

Mal die umgedrehte Version. Auch das möchte ich kritisieren. Man sollte auf keinen Fall aktuellen Trends hinterherlaufen oder dem Peer-Pressure der Freund nachgeben. Wenn man nicht von nachhaltigen Investments überzeugt ist, sollte man die Finger davon lassen. Niemand hat etwas davon, wenn man nach ein paar Jahren wieder in nicht nachhaltige Geldanlagen umschichtet. Der einzige Gewinner ist dann der Broker.

Ich würde deshalb nie argumentieren, dass man in nachhaltige Unternehmen investieren sollte, weil der allgemeine Trend dahingeht. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes kein nachhaltiges Argument.

Du solltest immer von deinen Investments überzeugt sein.

Fazit

Ich kann gar nicht zählen, wie viele Blogbeiträge oder Youtube-Video ich gesehen habe, in denen nachhaltige ETFs und Investments kritisiert wurden. Aber das ist gut! Nur wer seine Entscheidungen hinterfragt, wird am Ende auch dahinter stehen.

Man muss nicht alle Kritik widerlegen, um nachhaltig investieren zu wollen.

Viele Kritikpunkte haben ihre Daseinsberechtigung. An der Länge dieses Beitrags siehst du, dass man ewig über das Thema diskutieren könnte. Deshalb möchte ich dir in meinem Fazit in wenigen Worten erklären, warum ich nachhaltig investiere.

Meine 3 Totschlagargumente

  1. Auch wenn ich die Daseinsberechtigung vieler Geschäftsmodelle anerkenne (sogar der Waffenproduktion), möchte ich trotzdem nicht daran profitieren. Ja, ich lebe in einem gut beschützten Industriestaat. Nein, ich möchte trotzdem keine Dividende von Lockheed Martin kassieren. Gleiches gilt für Frackingunternehmen und die Tabakindustrie. Deshalb kommt ein MSCI World für mich nicht infrage.
  2. Wenn normale ETFs die nächsten 10-20 Jahre besser performen und ich nachhaltige in meinem Depot hatte, kann ich damit leben. Wenn aber umgekehrt nachhaltige ETFs besser performen und ich mich für normale entschieden habe, fänd ich das ziemlich blöd. Groß wird der Unterschied bei breit gestreuten Weltindizes sowieso nicht sein.
  3. Auch wenn die Auswirkungen von nachhaltigen Investments schwer vorhersagebar und noch schwerer verifizierbar sind, ist die Wahrscheinlichkeit eines positiven Einflusses definitiv größer als Null. Das sehe ich als Chance für mich, einen Beitrag zu leisten.

Ein Wort zum Thema Glaubwürdigkeit. Ich bin auch nur ein Typ aus dem Internet. Ich habe weder Finanzen studiert (nur Chemie!) noch bin ich professioneller Anlageberater. Hole dir bitte mehrere Meinungen ein. Schließlich geht es um dein sauer verdientes Geld, das Wohl deiner Familie und deine Altersvorsorge. Orientiere dich am besten an unabhängigen Quellen und neutralen Institutionen.

Für mich war es eine spannende Herausforderung, mich mit all dem auseinanderzusetzen. Diesen Blogbeitrag habe ich auch für mich geschrieben. Jetzt auf den letzen Zeilen kann ich sagen, ja, ich möchte nachhaltig investieren und so schnell kann mir das auch keiner mehr ausreden.

(mehr zum Thema nachhaltige Investments findest du in meinem Einsteiger-Guide)

Nachhaltige Grüße

Nachhaltige Grüße
Christian Kontakt

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