ETF-Wissen

Die 15 wichtigsten Abkürzungen bei ETFs verständlich erklärt!

Die 15 wichtigsten Abkürzungen bei ETFs

Die Welt der ETFs ist voller kryptischer Abkürzungen. In diesem Beitrag konzentriere ich mich auf die 15 wichtigsten.

Bei nachhaltigen ETFs gibt es noch ein paar mehr. Für die ich habe ich aber eigene Artikel geschrieben. Gerade ESG und SRI lassen sich nicht in drei Sätzen erklären.

Von den Abkürzungen abgesehen, besteht der Hauptteil der ETF-Namen übrigens aus dem jeweiligen ETF-Anbieter (z. B. Amundi, iShares oder Lyxor) und dem Index, den der ETF abbildet (z. B. FTSE All-World oder MSCI Emerging Markets). Das ist schon das ganze Geheimnis. Los geht‘s!

Was bedeutet TER bei ETFs?

Die Abkürzung TER steht für Total Expense Ratio und gibt bei ETFs die Gebühren an, die an den ETF-Anbieter zu zahlen sind. Diese enthalten Verwaltungsgebühren, Betriebskosten und Depotbankgebühren und liegen typischerweise zwischen 0,04% und 0,70% der Anlagesumme pro Jahr.

Als Berechnungsgrundlage dient der durchschnittliche Wert der Geldanlage im jeweiligen Jahr. Wenn du also 10.000€ anlegst und daraus in einem Jahr 11.000€ werden, zahlst du bei einem TER von 0,1% in etwa 10,50€ (vereinfacht).

Die Kosten werden übrigens direkt im ETF-Kurs verrechnet und dir nicht separat vom Verrechnungskonto abgezogen. Dies sind allerdings nur die Gebühren, die an den ETF-Anbieter gehen. Ein besseres Maß dafür, wie viel dich der Besitz eines ETFs am Ende kostet, ist die Tracking-Differenz (TD).

Was bedeutet TCO bei ETFs?

Die Total Cost of Ownership (TCO) gibt im Gegensatz zum TER die vollständigen Kosten des Besitzes eines ETFs an. Hier sind zusätzlich zu den Verwaltungskosten auch Handelsgebühren und Spreads mit eingerechnet. TCOs von synthetischen ETFs enthalten zudem die Swap-Gebühren.

Allerdings ist im Gegensatz zum TER nicht gesetzlich geregelt, welche Kosten tatsächlich berücksichtigt werden müssen. Die TCO wird daher in der Regel nirgendwo angegeben. Da sie auch nicht separat vom Verrechnungskonto abgebucht werden, sondern mit dem Kurs des ETF verrechnet werden, wirst du vermutlich nie erfahren, wie hoch deine TCO tatsächlich ist.

Das ist aber nicht schlimm. Ich würde lieber gleich auf die Tracking Differenz (TD) schauen. Da ist nämlich auch noch die Abweichung der Wertentwicklung im Vergleich zum Index mit drin. Diese Abweichung kommt unter anderem durch die jeweilige Replikationsmethode (physisch, optimiertes Sampling, usw.) zustande.

Was bedeutet TD bei ETFs?

Die Tracking Differenz (TD) eines ETFs gibt an, wie stark seine Wertentwicklung vom jeweiligen Benchmark-Index abweicht. Die TD umfasst neben den ETF-Gebühren und Transaktionskosten auch etwaige Wertabweichungen durch die Replikation. Sie ist damit das beste Maß für die Gesamtkosten eines ETFs.

Als Benchmark sieht man den theoretischen Besitz aller Aktien im jeweiligen Index ohne jegliche Kosten an. Die Dividenden kommen natürlich auch noch oben drauf. Was du real am Ende weniger (oder mehr hast), ist die Tracking Differenz.

Dazu muss man wissen, dass alle Gebühren und Kosten im Kurs eines ETFs verrechnet werden. Sie werden nicht separat von deinem Verrechnungskonto abgebucht.

Eine Abweichung in der Wertentwicklung kommt auch deshalb zustande, weil der der ETF-Anbieter die Aktien real kaufen und verkaufen muss. Gerade bei kleinen illiquiden Werten funktioniert das nicht von jetzt auf gleich. ETFs mit optimierten Sampling enthalten außerdem gar nicht alle Aktien, die der Benchmark-Index listet.

Zudem dürfen ETF-Anbieter Geschäfte mittels Wertpapierleihe machen (in reguliertem Rahmen). Diese Zusatzeinkünfte verbessern wiederum die Performance eines ETFs. Das geht sogar so weit, dass die TD manchmal negativ ist. Dann hast du mehr Rendite gemacht als der Index gestiegen ist.

Sollte man (nur) auf die Tracking Differenz achten?

Insgesamt werden bei der TD viele verschiedene Werte berücksichtigt, die mitunter nicht zweifelsfrei bestimmt werden können. Nur einfach am Kurs ablesen ist es am Ende leider auch nicht. Deshalb ist die TD trotz allem mit Vorsicht zu genießen. Außerdem kann die TD von Jahr zu Jahr schwanken.

Ich schaue nach wie vor zuerst aufs TER. Diese Kosten sind immerhin fix und definitiv weg. Sie sollten daher gering sein. Ob die Replikation des Index dann gut klappt und oder nicht, ist deutlich schwerer vorherzusehen. Kaufst du ETFs mit großem Fondvolumen (min. 50-100 Mio €) von etablierten Anbietern, liegt die TD aber vermutlich in akzeptablen Bereichen.

Auf trackingdifferences.com findest du gute Daten für einen Vergleich.

Was bedeutet TE bei ETFs?

Der Tracking Error (TE) ist ein Maß dafür, wie stark die Wertentwicklung eines ETFs im Vergleich zu seinem Index schwankt. Die tatsächliche Kursabweichung am Ende einer Zeitperiode spielt dabei keine Rolle. Der Tracking Error ist damit unabhängig von der Tracking Differenz.

Tracking Error vs. Tracking Differenz

Unterschied Tracking Error und Tracking Differenz (übertrieben dargestellt)

Ein niedriger Tracking Error bedeutet also nicht automatisch, dass man am Ende eine tolle Performance erzielt. Er bedeutet eher, dass ein ETF gut funktioniert und stabil ist. Die Tracking Differenz der letzten Jahre wird in Zukunft also vermutlich ähnlich sein.

Die tatsächliche Berechnung ist komplex. Als Daumenregel reicht allerdings, dass der Tracking Error kleiner 0,5% sein sollte. Wenn du einen etablierten Anbieter nimmst und der ETF ein vernünftiges Fondsvolumen hat (min. 50-100 Mio. €), sollte das der Fall sein. Deshalb wird der Tracking Error oft gar nicht ausgewiesen.

Was bedeutet UCITS bei ETFs?

ETFs mit der Abkürzung UCITS im Titel (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities) entsprechen den geltenden finanzregulatorischen Vorgaben der Europäischen Union. Die deutsche Bezeichnung der Richtlinie ist OGAW (Organismus für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren).

Diese Regulatorik dient dem Anlegerschutz, da eine Reihe von Qualitätsmerkmalen erfüllt sein muss. Das angelegte Kapital muss z. B. von einer separaten Depotbank verwaltet werden. So ist sichergestellt, dass es im Falle einer Insolvenz des ETF-Emittenten nicht zur Begleichung der Schulden verwendet werden darf.

Andere wichtige Kriterien sind ausreichende Liquidität, keine Laufzeitbegrenzung und ausreichende Diversifikation (keine Position darf höher als 20% gewichtet sein).

Sollte man unbedingt auf UCITS achten?

Anfangs war mir die Bezeichnung egal. Die meisten in Deutschland angebotenen ETFs erfüllen diese Richtlinie. Aber eben nicht alle.  Ist das investierte Kapital irgendwann größer als 1-2 Monatsgehälter, kommen Sicherheitsgedanken auf.

Die muss man sich vor allem dann machen, wenn man in exotische ETFs und andere Produkte investiert. ETCs fallen z. B. nicht unter diese Regulatorik und sind oft nicht als Sondervermögen geschützt. Das betrifft z. B. reine Edelmetall-Fonds oder die noch neuen Bitcoin-Produkte.

Es ist wie bei so vielen Sicherheitsvorkehrungen: Wenn alles im Normalbetrieb ist, kommt es einem unwichtig vor. Ein Schatten am Rand, ein ferner Warnruf. Ist das Unheil da, ist es meist zu spät. Das kann man bei 10.000€ vielleicht noch verschmerzen. Aber wer will schon seine Lebensersparnisse in der Insolvenzmasse einer Pleitebank verschwinden sehen?

Was bedeutet WKN bei ETFs?

Jedes an deutschen Börsen gehandelte Wertpapier kann eindeutig anhand seiner sechsstelligen Wertpapierkennnummer (WKN) identifiziert werden. Sie wird vom jeweiligen Emittenten im Rahmen des Zulassungsverfahrens beantragt. Die internationale Entsprechung ist die ISIN.

Die sechsstellige WKN kannst du anhand der Länge leicht von der zwölfstelligen ISIN unterscheiden. Beide bestehen aus Zahlen und Buchstaben. Wenn du dir Sparpläne bei einem Broker einrichtest oder eine Wertpapierorder platzierst, solltest du immer darauf achten, dass die WKN und ISIN wirklich mit dem ETF oder Anlageprodukt übereinstimmen, das du kaufen willst. Du wärst nicht der erste, der das falsche Wertpapier ordert.

Ansonsten haben die Nummern für dich als Privatanleger keine große Bedeutung.

Was bedeutet ISIN bei ETFs?

Jedes weltweit an Börsen gehandelte Wertpapier kann eindeutig anhand seiner zwölfstelligen International Securities Identification Number (ISIN) identifiziert werden. Sie wird vom jeweiligen Emittenten im Rahmen des Zulassungsverfahrens beantragt. Die deutsche Entsprechung ist die WKN.

Wie bereits bei der WKN erwähnt, solltest du bei Sparplänen und Wertpapierordnern darauf achten, dass ISIN und WKN mit dem ETF oder Anlageprodukt übereinstimmen, das du kaufen möchtest. Ansonsten haben die Nummern für dich als Privatanleger keine große Bedeutung.

Was bedeutet KIID bei ETFs?

Die sogenannten Key Investor Information Documents (KIID) sind Anlegerinformationen, die über die Risiken, Haftung und Richtlinien eines ETFs aufklären. Sie enthalten zudem oft Angaben zu den Kosten, der vergangenen Wertentwicklung und etwaigen Nachhaltigkeitskriterien.

Das berühmt-berüchtigte Kleingedruckte. Alle nach dem UCITS-Standard regulierten Produkte müssen dieses Dokument veröffentlichen. Das mag langweilig klingen, aber ein Blick lohnt sich trotzdem. Die KIIDs enthalten teils sehr detaillierte Angaben zu den Kosten eines ETFs.

Factsheet und KIID überschneiden sich hier oft. Aber gerade bei nachhaltigen ETFs steht im KIID manchmal mehr zu den Auswahlkriterien als in seinem Factsheet. Da man sich in der Regel nicht alle Tage einen neuen ETF aussucht, sollte man sich die Zeit nehmen.

Was bedeutet CORE bei ETFs?

Der ETF-Anbieter iShares kennzeichnet besonders günstige Basis-Varianten seiner ETFs mit dem Kürzel CORE. Diese ETFs sind zum Teil Neuauflagen von beliebten Produkten und zeichnen sich durch besonders niedrige Kosten von 0,07% bis 0,20% pro Jahr aus.

Die meisten der rund 50 CORE-ETFs gibt es schon seit mehr als 10 Jahren. Deshalb haben viele andere ETF-Anbietern Produkte mit ähnlichen Kosten im Angebot. In der Praxis spielt die Bezeichnung CORE in Bezug auf die Gebühren daher kaum noch eine Rolle.

Achtung: In manchen Fällen gibt es noch die alte teure Variante. Wer da danebengreift ist selber schuld. Achte deshalb immer auf die korrekte ISIN und WKN!

Was bedeutet Acc bei ETFs?

Die Abkürzung Acc oder C steht bei ETFs für „accumulating“ oder auf deutsch „thesaurierend“. Das bedeutet, dass die Zinsen und Dividenden der enthaltenen Wertpapiere im Kapitalbestand des ETFs verbleiben und nicht regelmäßig auf das Verrechnungskonto ausgeschüttet werden.

Da die Erträge nicht ausgezahlt werden, steigt der Kurs von thesaurierenden ETFs über die Zeit um den entsprechenden Betrag an. Er steigt also stärker als der Kurs eines vergleichbaren ausschüttenden ETFs.

Thesaurierende ETFs sind steuereffizient

Thesaurierte Dividenden und Zinsen werden nicht versteuert, solange man die Wertpapiere behält (von einen kleinen Vorabpauschale abgesehen). Das Kapital – einschließlich der unversteuerten Dividenden – kann also in vollem Umfang weiter Rendite generieren. Auch wenn am Ende natürlich trotzdem der komplette Wertzuwachs versteuert werden muss. Durch diese sogenannte Steuerstundung erzielt man auf lange Sicht mit thesaurierenden ETFs und Fonds höhere Renditen.

Etwas komplizierter wird das Ganze allerdings, wenn man den Steuerfreibetrag berücksichtigt. Das werde ich an anderer Stelle noch mal anhand von übersichtlichen Beispielen vorrechnen.

Was bedeutet Dis bei ETFs?

Die Abkürzung Dis oder Dist steht bei ETFs für „distributing“, auf deutsch „ausschüttend“. Das bedeutet, dass die Dividenden oder Zinserträge der im ETF enthaltenen Wertpapiere in regelmäßigen Abständen auf das Verrechnungskonto ausgezahlt werden.

Dies ist das Gegenstück zu thesaurierend, bei dem die Erträge im Kapitalbestand des ETFs verbleiben. Welche Variante besser ist, hängt von vielen Faktoren ab. Die Unterschiede sind aber am Ende so gering, dass es auch einfach eine Geschmackssache ist.

Einige bevorzugen regelmäßige Einkünfte, ohne dass dafür ETF-Anteile verkauft werden müssen. Andere profitieren lieber vom Steuervorteil, den thesaurierende ETFs auf lange Sicht bieten.

Mit ausschüttenden ETFs kann man den Steuerfreibetrag nutzen

Auch wenn thesaurierende ETFs prinzipiell steuereffizienter sind, gilt dies nur, wenn der Steuerfreibetrag bereits ausgenutzt ist. Bis zu 801€ Kapitalerträge sind nämlich pro Jahr steuerfrei. Dividenden, die im ETF verbleiben, werden nur mit der geringen Vorabpauschale besteuert. Das reicht kaum aus, um den Steuerpauschbetrag auszunutzen.

Hält man allerdings ca. 40.000€ investiertes Kapitel in einem ausschüttenden ETF, der ca. 2% Dividende bringt (z. B. der MSCI World), erzielt man ausreichend Kapitalerträge, um diesen Steuerbonus zu nutzen. Die Erträge werden ausgeschüttet, formal versteuert (durch Freibetrag aber eben doch nicht) und können danach wieder reinvestiert werden. Ab diesem Moment zählen sie als bereits versteuertes Eigenkapital.

Was bedeutet DR bei ETFs?

Die Abkürzung DR steht bei ETFs für Direkte Replikation. Dies bedeutet im Unterschied zu Swap-ETF und ETFs mit optimiertem Sampling, dass alle Wertpapiere des zugrundeliegenden Index, z. B. Aktien oder Anleihen, tatsächlich vom ETF-Anbieter gehalten werden müssen.

ETFs mit direkter Replikation sind selten teurer als ihre Alternativen. Ermöglicht wird das durch effiziente Tradingsysteme und ausreichend große Fondvolumina. So hast du alle Aktien im Portfolio, die auf dem Produkt draufstehen, und das zu einem günstigen Preis. Gerade bei nachhaltigen ETFs halte ich das für wichtig.

Muss es immer Direkte Replikation sein?

Die direkte Replikation stößt z. B. bei kleinen illiquiden Unternehmen (Small Caps) an ihre Grenzen. Vor allem, wenn das verwaltete Kapital des ETFs klein ist. Hier kommt man manchmal nicht um eine Swap-basierte Lösung oder optimiertes Sampling drum herum.

Allerdings kann sich optimiertes Sampling, bei dem ein Teil der kleinen Unternehmen durch große ersetzt wird, negativ auf die Rendite auswirken. Laufen die Small Caps besser als die Large Caps, verfehlt der ETF sein Renditeziel und der Tracking Error wird groß. Da nützt es einem auch nichts mehr, dass eigentlich Small Caps auf dem ETF drauf steht.

Was bedeutet DE bei ETFs?

Die Abkürzung DE im Titel eines ETFs weist darauf hin, dass der Fond in Deutschland aufgelegt ist. ETFs mit dem Fondsdomizil Deutschland unterliegen der Aufsicht der BaFin und sind nach der UCITS-Richtlinie reguliert.

Aus regulatorischen Gesichtspunkten muss es aber nicht unbedingt Deutschland sein. Alle Fonds, die im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beheimatet sind, unterliegen der UCITS-Richtlinie (deutsch OGAW-Richtlinie). Das gilt auch für die typischen Fondsdomizile Irland und Luxemburg.

Welches Fondsdomizil ist das beste?

Luxemburg bietet auf Grund seiner langen Historie als Heimat für Fonds eine eingespielte, transparente und sichere Finanzinfrastruktur. Das ist vor allem für institutionelle Anleger von Vorteil. Deutschland dürfte für dich als Privatanleger aber genauso gut sein.

Irland bietet leichte steuerliche Vorteile bei Dividenden aus den USA. Die Hälfte der anfallenden Quellensteuer kann auf Grund eines vorteilhaften Doppelbesteuerungsabkommens zurückgefordert werden. Allerdings macht das unterm Strich bei einem US-Anteil von ca. 60-65% im MSCI World und einer Dividendenrendite von unter 2% bei US-Aktien real weniger als 0,1% Vorteil aus (nach Versteuerung der Kapitalerträge).

Wenn dein Lieblings-ETF also in Luxemburg oder Deutschland aufgelegt ist, solltest du nicht verzweifeln. Beachte auch, dass dieser Vorteil nur bei physische replizierenden ETFs zum Tragen kommt (thesaurierend oder ausschüttend ist hierbei egal).

Fazit: Europa als Fondsdomizil sollte sein. Irland ist nice to have.

Was bedeutet TIPS bei ETFs?

ETFs mit der Abkürzung TIPS im Titel enthalten Treasury Inflation-Protected Securities. Dies sind Anleihen, die gegen die Inflation abgesichert sind. Steigen die Kosten eines normierten Warenkorbs, steigen der Kurs der Anleihen und der des ETFs entsprechend mit.

Bringen die Zentralbanken neues Geld in Umlauf, können TIPS eine Anlageklasse sein, die dich gegen die Entwertung deiner Währung absichert. Dabei solltest du allerdings bedenken, dass die Ausweitung der Geldmenge und die Inflation nicht zwingend zusammenhängen und letzteres schwer vorhersagbar ist.

Inflationsgeschützte Anleihen sind in der Regel teurer. Schließlich trägt jemand anderes dein Inflationsrisiko. Wir erinnern uns: Nur wer Risiko trägt, bekommt auch Rendite. Es kann sich aber natürlich trotzdem rechnen, wenn die Inflation höher ausfällt als erwartet.

Warum man bei TIPS-Anleihen vorsichtig sein sollte

Man sollte nicht den Fehler begehen und glauben, dass einem mit TIPS nichts passieren kann. Anleihen bergen allgemein eine ganze Reihe von Risiken, allen voran das Zinsänderungsrisiko. Außerdem steht die Frage im Raum, ob der normierte Warenkorb überhaupt ein verlässliches Maß für die tatsächliche Inflation ist.

Bevor du also in Anleihen investierst, solltest du dich sehr gut mit dem Thema auseinandersetzen. Sollten dich dabei auch Nachhaltigkeitsaspekte interessieren, könnte mein Artikel zu nachhaltigen Anleihen und Green Bonds interessant für dich sein.

Was bedeutet ETC bei ETFs?

ETC steht für Exchange Traded Commodity. Hierbei handelt es sich um börsengehandelte Wertpapiere, die unbefristete Schuldverschreibungen für Rohstoffe oder Edelmetalle enthalten. Ihr Wert misst sich am Kassapreis oder dem Future-Preis der entsprechenden Rohstoffe.

Unter Kassapreis kann man sich im Grunde den aktuellen Marktpreis vorstellen. Futures sind hingegen Terminkontrakte, die den Preis einer Lieferung in der Zukunft abbilden.

Wichtig ist, dass ETCs im Gegensatz zu ETFs nicht zum Sondervermögen zählen. Im Falle einer Insolvenz kann das investierte Kapital also verlorengehen. Allerdings stehen in der Regel keine ETF-Alternativen zur Verfügung, die diesen Nachteil nicht haben. Das liegt an der Natur der Anlageklasse.

Rohstoffe wie Öl oder Nahrungsmittel werden nicht ewig irgendwo gelagert. Was man eigentlich besitzt, ist so etwas wie ein Anrecht auf Lieferung. Das wird in der Regel natürlich nie in Anspruch genommen, sondern hin und her verkauft.

Im Falle von Edelmetallen ist es aber durchaus interessant. Anteile von Xetra-Gold kann man sich auch in physischem Gold auszahlen lassen.

Dass es keine Gold-ETFs gibt, hat aber noch einen anderen Grund. ETFs müssen diversifiziert sein und dürfen nach UCITS-Richtlinie nicht nur eine Position enthalten.

Bonus

Wichtige Begriffe bei ETFs

Ich möchte dir noch 3 weitere Begriffe mit auf den Weg geben, die keine Abkürzung im eigentlichen Sinne sind. Sie kommen aber bei so vielen ETFs vor, dass sie in dieser Liste nicht fehlen dürfen. Es geht um die Begriffe Swap, Hedged und Capped.

Was bedeutet Swap bei ETFs?

Swap bedeutet bei ETFs, dass der zugrunde liegende Index synthetisch repliziert wird. Die tatsächlich im ETF enthaltenen Aktien oder Anleihen können gänzliche andere sein, als der Index vorgibt. Eine etwaige Kursdifferenz wird von einem sogenannten Kontrahenten ausgeglichen.

Auch wenn diese Replikationsmethode in der Vergangenheit viel Kritik einstecken musste, ist das Kontrahentenrisiko als eher gering einzuschätzen. Kritisch finde ich das Thema allerdings bei nachhaltigen ETFs. Wenn eine nachhaltige Unternehmensauswahl synthetisch nachgebildet wird, indem Aktien von Kohleunternehmen und Waffenproduzenten gekauft werden, geht für mich der Sinn verloren.

Eine tolle Erklärung, wie genau Swap-ETFs funktionieren und was es mit dem Kontrahentenrisiko auf sich hat, findet ihr in diesem Finanzfluss-Interview:

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Was bedeutet Hedged bei ETFs?

ETFs mit der Bezeichnung „hedge“ sind gegen Währungsrisiken abgesichert. Wechselkursbedingte Kursschwankungen bei Aktien oder Anleihen, die in Fremdwährungen denominiert sind, werden vom Emittenten ausgeglichen.

Das bedeutet allerdings nicht nur, dass z. B. eine Dollarschwäche zum Euro kompensiert wird, sondern auch, dass du bei einem schwachen Euro schlechter dastehst. Steigen der Dollar und damit auch der nominelle Umsatz amerikanischer Unternehmen, wird dir dieses Plus bei Euro-abgesicherten ETFs genommen.

Hedging bei ETFs ist also ein zweischneidiges Schwert.

Außerdem sind sie im Durchschnitt etwas teurer. Risikoabsicherung ist nie kostenlos. Ich selbst verzichte auf währungsabgesicherte Produkte in meinem Portfolio. Breit gestreute Welt-ETFs wie der MSCI World enthalten Unternehmen, die ihre Gewinne überall auf der Welt in allen möglichen Währungen machen.

Eine „ungünstige“ Dollarschwäche mag vielleicht temporär spürbar sein, wird aber auf lange Sicht kaum eine Rolle spielen. Sollte wirklich mal eine der Weltwährungen dauerhaft abstürzen, bin ich lieber diversifiziert. Es könnte ja auch der Euro sein. Wer weiß schon, wie die Welt in 25 Jahren aussieht?

Was bedeutet Capped bei ETFs?

Die Bezeichnung „Capped“ bedeutet, dass die Gewichtung einer einzelnen Position in einem ETF auf einen bestimmten Prozentwert begrenzt ist, obwohl der Wert im Ausgangsindex einen größeren Anteil hat.

Hat ein Unternehmen in einem Aktienindex zum Beispiel eine Gewichtung von 10% nach Marktkapitalisierung, wird diese in einem ETF mit 5% Issuer Capped auf 5% begrenzt. Alle anderen Positionen werden entsprechend leicht aufgestockt.

Steigt eine Position stark an, kann ihre Gewichtung temporär über der Maximalgrenze liegen. Bei der nächsten regelmäßigen Anpassung wird der Wert durch ein Rebalancing nach unten korrigiert.

Fazit

Soll ich ehrlich sein? Ich gucke selten auf die Bezeichnung im ETF-Titel. Ob da Abkürzungen wie Dis, Acc oder DR stehen, ist in der Praxis relativ egal. Man geht sowieso auf eine der ETF-Suchmaschinen wie justETF oder extraETF und filtert nach den entsprechenden Kriterien.

Kryptische ETF-Titel zu dechiffrieren ist nicht nötig.

Anders sieht es mit Abkürzungen zu den Kosten oder den Wertpapiernummern aus. Hier muss man wissen, was man vor sich hat bzw. wo die Unterschiede liegen.

Mit den 15 hier besprochenen Abkürzungen (+Bonus) solltest du gut aufgestellt sein, um deinen Wunsch-ETF zu finden, zu bewerten und anschließend zu kaufen.

Nachhaltige Grüße

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Christian Kontakt

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